Leichtathletik: Quartett nach Zürich-Meeting noch im Jackpot-Rennen
- Olsson, Cloete, Williams-Darling und Sanchez erneut erfolgreich - Super-Zeiten über 800 Meter
Um den eine Million Dollar schweren Jackpot kämpft nach der vierten Station der Golden-League-Serie in der Leichtathletik nun noch ein Quartett: Die Weltmeister Felix Sanchez aus der Dominikanischen Republik (400 m Hürden), Christian Olsson (Schweden/Dreisprung) und Hestrie Cloete (Südafrika/Hochsprung) sowie Tonique Williams-Darling von den Bahamas (400 m) gewannen am Freitagabend auch in Zürich, Diskus-Weltmeister Virgilijus Alekna (Litauen) ist nach zuletzt drei Erfolgen hintereinander dagegen aus dem Rennen.
Der Kenianer Wilfred Bungei und sein früherer Landsmann Youssef Saad Kamel (Bahrain) haben sich am Zürcher Letzigrund ein furioses Fernduell über 800 m geliefert. Angefeuert von 21.000 Zuschauern stürmte Bungei in der Weltjahresbestzeit von 1:43,06 Minuten ins Ziel, zwei Stunden zuvor hatte Kamel im B-Lauf 1:43,11 vorgelegt.
Ob Kamel, der früher Gregory Konchellah hieß und Sohn des zweifachen 800-m-Weltmeisters Billy Konchellah ist, bei Olympia in Athen überhaupt antreten darf, hängt noch von der Freigabe durch den kenianischen Verband ab. Für den 21-Jährigen ist der Fall jedoch klar: "Ich glaube, ich kann bei den Olympischen Spielen das gleiche erreichen wie der letztjährige Sieger des B-Laufs in Zürich - nämlich Gold holen." Im Vorjahr hatte der Algerier Djabir Said-Guerni im Letzigrund das B-Finale und wenige Tage später in Paris überraschend WM-Gold gewonnen.
Für eine Saisonbestzeit sorgte Kenias 1.500-m-Star Bernard Lagat, der in 3:27,40 Minuten gewann und dem vierfachen Weltmeister Hicham El Guerrouj (Marokko/3:27,64), der allerdings zuletzt mit Asthma zu kämpfen hatte, nach acht Siegen in Zürich die erste Niederlage seit 1996 zufügte. "Eine so schnelle Zeit hätte ich nicht erwartet. Ich hatte mir schon lange vorgenommen, einen großen Läufer wie Hicham zu bezwingen", sagte Lagat. Cloete stellte im Hochsprung mit 2,04 m die Jahresweltbestleistung der Russin Jelena Slesarenko ein. Sanchez feierte den 40. Sieg en suite über 400 m Hürden.
Olympiasieger Maurice Greene (USA) verlor auch sein drittes Europarennen über 100 m im Olympia-Jahr. In 9,94 Sekunden musste sich der dreifache Weltmeister dem jungen Jamaikaner Asafa Powell (9,93) geschlagen geben. Greene lässt sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen. "Langsam stimmt alles wieder, ich habe noch etwas Zeit. In Athen werde ich zwei Goldmedaillen gewinnen." Weltmeister Kim Collins (St. Kitts & Nevis) wurde auf Platz sieben durchgereicht.
Die unverwüstliche Maria Mutola (Mosambik) setzte ihre unglaubliche Siegesserie in Zürich fort: In 1:57,47 Minuten feierte die überragende 800-m-Läuferin ihren zwölften Erfolg seit 1993. (apa)
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