Asian-Cup-Finale in Peking: Japan setzt sich gegen China klar mit 3:1 durch
- Spiel um Platz drei mit 4:2 an Iran gegen Bahrain
Die japanische Fußball-Nationalmannschaft hat sich im Finale des Asien-Cups gegen den Erzrivalen China mit 3:1 (1:1) durchgesetzt und damit ihren Titel aus dem Jahr 2000 verteidigt. Die Japaner triumphierten in einem sehr emotionalen und kontroversen Spiel in Peking über den Gastgeber. Japan ist damit zum dritten Mal nach 1992 und 2000 Sieger des Asien-Cups.
Für besondere Aufregung sorgte das 2:1 der Japaner, nachdem es zur Pause noch 1:1 gestanden hatte. Im Stile von Diego Maradona beförderte Koji Nakata einen Corner - auf den Fernseh-Bildern klar ersichtlich - mit der Hand ins Tor. Der Treffer zählte dennoch und führte zusätzlich zu geladener Atmosphäre. Die Gastgeber drängten auf den Ausgleich, blieben aber erfolglos. Das 3:1 in der Nachspielzeit durch Keiji Tamada war nur noch Draufgabe.
Randale nach Spiel
Nach der Niederlage der chinesischen Fußballnationalmannschaft im Finale des Asien-Cups gegen Japan ist es am Samstag in Peking zu schweren Ausschreitungen gekommen. Nach Spielende lieferten chinesische Anhänger der Polizei vor dem Stadion Straßenschlachten. Auch japanische Flaggen wurden verbrannt und zum Boykott japanischer Produkte aufgerufen.
Vor dem auf Grund der historischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern brisanten Endspiel hatten die Regierungen beider Länder die Fans aufgefordert, sich ruhig zu verhalten, egal wie das Match ausgehe. Doch dies konnte die Ausschreitungen in der Hauptstadt ebenso wenig verhindern wie die 6.000 Sicherheitskräfte, die am Samstag Dienst machten. Seit der japanischen Besetzung von Teilen Chinas von 1931 bis 1945, während der mehrere Millionen Menschen starben, gilt Japan für viele Chinesen als Erzfeind.
Schon unmittelbar vor dem Spiel hatten die chinesischen Fans im mit 65.000 Zuschauern ausverkauften Stadion in Peking so laut gebuht, dass die japanische Nationalhymne nicht mehr zu hören war. Einige Anhänger der Heimmannschaft trugen die graue Uniform der chinesischen Widerstandskämpfer und Zettel mit der Aufschrift "300.000" - so viele Chinesen sollen japanische Soldaten 1937 im Zuge des Massakers von Nanjing getötet haben. Und nach dem Schlusspfiff, der Japan den 3:1-Sieg sicherte, hätten Chinesen die jubelnden Japaner beschimpft und mit Papiergeschossen beworfen, berichteten Augenzeugen.
Fußball-Asien-Cup, Finale
China - Japan 1:3 (1:1)
Peking, 65.000. Tore: Ming (31.) bzw. Fukunishi (22.), K. Nakata (65.), Tamada (91.)
(apa)
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