Sonntag, 8. August 2004

Neue Runde der Entschädigungs-Verhandlungen für La-Belle-Opfer!

  • Anwälte bleiben bei bisherigen Forderungen

Mit der Forderung nach bis zu 600.000 Dollar Entschädigung sind die Anwälte der La-Belle-Terroropfer am Montag in eine neue Runde der Verhandlungen mit Libyen gegangen. Berichte über ein Nachgeben auf Seiten der Opfer und eine Verringerung der Forderungen könne er nicht bestätigen, sagte Opferanwalt Stephan Maigné auf Anfrage.

Eine Gruppe von Anwälten wollte im Lauf des Tages mit Vertretern der libyschen Gaddafi-Stiftung über die Entschädigung von insgesamt 163 Verletzten des Terroranschlags auf die Berliner Diskothek La Belle am 5. April 1986 verhandeln. Ort und Zeit der Gespräche wurden nicht genannt. Die Anwälte verlangen je 600.000 Dollar für elf Schwerverletzte und jeweils 400.000 Dollar für 152 Verletzte. Zuletzt war berichtet worden, dass einige der Anwälte die Forderungen reduzieren wollten.

Über die Entschädigung wird seit Monaten verhandelt. Das Landgericht Berlin hatte im November 2001 vier Urheber des Attentats zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und den libyschen Geheimdienst als Auftraggeber der Tat benannt. Im vergangenen Sommer hatte die Gaddafi-Stiftung die Entschädigung in Aussicht gestellt, ohne dass Libyen die Verantwortung für das Attentat übernehmen wollte. Zuvor hatte der Wüstenstaat bereits Entschädigungszahlungen für die Opfer des Terroranschlags auf eine Pan-Am-Maschine über dem schottischen Lockerbie 1988 zugesagt. (apa/red)

8.8.2004 22:30