Krisenregion Darfur: UNO hilft der Afri-kanischen Union bei Einsatz-Vorbereitung
- Staaten in Nordafrika: Beteiligung an Friedenstruppe
- PLUS: UNO spricht von 50.000 Toten in der Region
·Darfur: UNO spricht von 50.000 Toten
Sudans Regierung gibt nur 5.000 Todesopfer an
·Hintergrund-Info: Sudan und Darfur
Krisenherd im größten Land Afrikas
·Friedensgespräche für Darfur vereinbart
Rebellengruppen senden ihre höchsten Vertreter
Hoffnung für den Sudan. Die nordafrikanischen Staaten sind jetzt bereit sich an einer Friedenstruppe für Darfur zu beteiligen. Der Generalsekretär der Arabischen Liga rief aber dazu auf, den Konflikt "ohne ausländische Intervention" zu lösen. Eine UN-Delegation soll jetzt der Afrikanischen Union (AU) bei der Vorbereitung des Einsatzes zu helfen.
Die AU will bis Mitte August 300 Soldaten im Westen des Sudan stationieren, um ihre Beobachter in der Region zu schützen. Auch die Entsendung eine bis zu 1.800 Mann starken Friedenstruppe, die die 150-köpfige Beobachtermission unterstützen soll, wird erwogen.
AU-Kommissionsvorsitzender Alpha Oumar Konare warf in Kairo der sudanesischen Regierung Fehlverhalten bei der Bewältigung der seit 18 Monaten anhaltenden Krise vor. Er bezichtigte sie, die schwarzafrikanische Bevölkerung Darfurs gegen die arabischen Reitermilizen (Janjaweed) im Stich gelassen zu haben. Der sudanesische Außenminister Mustafa Osman Ismail erklärte dagegen, seine Regierung habe alles getan, um die Krise friedlich beizulegen.
Am Montag ist der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau von einer Visite in der Bürgerkriegsregion zurückgekehrt. "Ohne rasche Hilfe droht eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes", lautete sein Resumee. Gemeinsam mit der "Action by Churches Together" (ACT), einem Netzwerk protestantischer Kirchen, führt die Caritas im Westsudan ein Hilfsprogramm für mehr als 300.000 Flüchtlinge durch. In acht Lagern wird versucht den Vertriebenen eine Grundversorgung zu geben.
Die Arabische Liga hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, dem Sudan einen "angemessenen Zeitrahmen" zur Beilegung der Krise zu gewähren. Der Sudan hatte nach Druck aus dem Ausland - vor allem aus den USA - einem 30-Tages-Plan der Vereinten Nationen zugestimmt und sich damit verpflichtet, binnen eines Monats deutliche Maßnahmen in Darfur zu ergreifen. In einem Resolutionsentwurf der Kairoer Dringlichkeitssitzung hieß es, die Weltgemeinschaft solle jegliche "Drohung mit einem Militäreinsatz" in der westsudanesischen Konfliktregion ablehnen. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte zuvor eine internationale Friedenstruppe angeregt. (apa/red)
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