Samstag, 7. August 2004

Kein Ende der Gewalt im Irak: Mindestens 43 Tote bei Gefechten mit Schiiten

  • Präsident Allawi fordert Ende der Gefechte in Najaf
  • Staats-TV bestätigt: Iranischer Diplomat im Irak entführt

Bei den jüngsten Gefechten zwischen US-Soldaten und Milizen des radikalen Schiitenpredigers Moktada al-Sadr sind nach Angaben der irakischen Regierung mindestens 43 Menschen getötet worden. Das irakische Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, bis zum Morgen seien in einem Zeitraum von 24 Stunden 22 Menschen in Badgad und mindestens 21 in Najaf getötet worden.

"Die Zahl für Najaf ist noch vorläufig", sagte ein Sprecher. "Es gibt noch Leichen, die wegen der anhaltenden Kämpfe nicht geborgen werden konnten." Augenzeugen zufolge war die Lage in den zwei Städten am Sonntagmorgen vergleichsweise ruhig.

Das US-Militär hatte am Freitag erklärt, bei den Gefechten in Najaf seien 300 von Sadrs Kämpfern getötet worden. Ein Sprecher der Milizen hatte dagegen von 36 Toten in mehreren Städten gesprochen. Vor dem neuen Aufflammen der Gefechte hatte etwa zwei Monate lang eine Waffenruhe gehalten.

Allawi fordert Ende der Gefechte in Najaf
Der irakische Übergangsministerpräsident Iyad Allawi hat die seit Tagen umkämpfte Stadt Najaf besucht und die schiitischen Aufständischen zu einem Waffenstillstand aufgerufen. "Wir denken, dass die Bewaffneten die heiligen Stätten verlassen, ihre Waffen niederlegen und sich an das Gesetz halten sollten", sagte Allawi vor einem Treffen mit dem Gouverneur von Najaf.

Iranischer Diplomat im Irak entführt
Im Irak ist ein iranischer Diplomat entführt worden. Der Nachrichtensender "Al Arabyia" bestätigt die Entführung. Extremisten, die sich als Vertreter einer "Islamischen Armee im Irak" ausgaben, teilten die Geiselnahme in einem Video mit, das der arabische Fernsehsender "Al Arabiya" am Sonntag ausstrahlte. Auf dem Video war ein Mann zu sehen, dessen Name mit Faridun Jihani angegeben wurde.

Laut einem Ausweisdokument soll es sich bei dem Verschleppten um den Konsul des Iran in der südirakischen Stadt Kerbala handeln. Die Entführer warnten die Regierung in Teheran davor, sich in irakische Angelegenheiten einzumischen, wie der TV-Sender berichtete. Konkrete Forderungen stellten die Geiselnehmer in dem Video nicht. (apa/red)

7.8.2004 09:28