Freitag, 6. August 2004

Annan winkt ab: Lage im Irak für größeren UN-Einsatz zu gefährlich!

  • Sicherheitsrisiken weiterhin "hoch bis kritisch"
  • Weiterhin schwere Kämpfe mit Sadr-Anhängern

Die Lage im Irak ist nach Einschätzung von UN-Generalsekretär Kofi Annan weiterhin zu gefährlich für einen größeren Hilfseinsatz der Vereinten Nationen. Er werde darum einen solchen Einsatz von UN-Mitarbeitern nicht genehmigen, teilte der Generalsekretär dem Weltsicherheitsrat in seinem neuen Bericht über die Arbeit der UN-Unterstützungsmission für den Irak mit.

Die Risiken im Irak müssten nach Einschätzung der UN-Sicherheitsexperten weiterhin als "hoch bis kritisch" eingeschätzt werden. Deshalb müssten alle Aktivitäten der UN-Mission sowie der verschiedenen UN-Hilfsorganisationen im Irak auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben. Der Sicherheitsrat setzte für den kommenden Mittwoch Konsultationen über den Annan-Bericht zur Lage im Irak an.

Unterdessen haben sich die Kämpfer des schiitischen Predigers Al Sadr den zweiten Tag in Folge in der südirakischen Stadt Najaf heftige Gefechte mit US-Truppen und irakischen Soldaten geliefert. Auch aus Bagdad sowie aus der Stadt Samarra nördlich der Hauptstadt wurden wieder Kämpfe gemeldet.

In Bagdad griffen Anhänger Sadrs am Donnerstagabend mehrfach amerikanische Soldaten mit Granaten und Schusswaffen an, wie die US- Streitkräfte am Freitag mitteilten. Dabei seien 15 US-Soldaten verletzt worden. Das irakische Gesundheitsministerium erklärte, bei Kämpfen im Stadtteil Sadr City seien am Donnerstag und in der Nacht zu Freitag 19 Menschen getötet und 111 verletzt worden.

Der Gouverneur der Provinz Najaf hat Al Sadr und seinen Anhängern ein Ultimatum gestellt. Al Sadr und seine Kämpfer müssten die Schiitenstadt binnen 24 Stunden verlassen, ansonsten gehe die Militäroffensive weiter, sagte Adnan el Sorfi. "Es gibt keinen Kompromiss oder Raum für einen anderen Waffenstillstand." (apa/red)

6.8.2004 22:43