59. Jahrestag des Atombombenabwurfs: Kritik an USA bei Gedenkfeier in Hiroshima
- Bürgermeister fordert ein weltweites Atomwaffen-Verbot
- 1945 starben 160.000 Menschen bei Angriff der USA
Zum 59. Jahrestag des Atombombenabwurfs über Hiroshima hat der Bürgermeister der südjapanischen Stadt schwere Vorwürfe gegen die Vereinigten Staaten erhoben. Die USA verfolgten die Entwicklung der nächsten Generation von Kernwaffen, kritisierte Tadatoshi Akiba am Freitag während der zentralen Gedenkfeier für die Opfer vom 6. August 1945.
Er forderte ein Verbot aller Atomwaffen, das spätestens im Jahre 2020 umgesetzt werden sollte. Der Regierung von US-Präsident Bush warf Akiba egozentrisches Verhalten vor. Gegen den Widerstand der Vereinten Nationen und allen internationalen Verträgen zum Trotz habe Amerika die Forschungen zur Entwicklung kleinerer und gewissermaßen "benutzerfreundlicherer" Atomwaffen wieder aufgenommen, bemängelte er.
Der Senat in Washington hatte im Juni grünes Licht für entsprechende Forschungsarbeiten gegeben, nicht aber für die Herstellung solcher Waffen. Im Jahre 1992 hatten sich die USA selbst ein Moratorium für atomare Tests auferlegt.
Akiba verurteilte auch die offenkundigen Bemühungen Nordkoreas um den Besitz von Kernwaffen. Die internationale Staatengemeinschaft rief der Bürgermeister dazu auf, im kommenden Jahr ein Abkommen zur Ächtung sämtlicher Atomwaffen zu unterzeichnen. Die Ereignisse des Jahres 1945 in seiner Stadt führten klar vor Augen, welche verheerenden Folgen ein Einsatz solcher Waffen haben würde. Damals waren in Hiroshima mehr als 160.000 Menschen sofort getötet oder verletzt worden. Zehntausende erkrankten später infolge der frei gesetzten Strahlendosis. (apa)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
