Freitag, 6. August 2004

Foltervorwürfe gegen dänische Armee:
U-Kommission bestätigt Misshandlungen!

  • Erste Ergebnisse von Bericht zu Folter im Irak

Eine Untersuchungskommission des dänischen Verteidigungsministeriums hat Berichte über Gefangenenmisshandlungen durch dänische Soldaten im Irak bestätigt. In den am Donnerstag veröffentlichten ersten Untersuchungsergebnissen der Kommission wurden unter anderem Fälle im Zusammenhang mit der am Dienstag angeklagten Geheimdienstoffizierin Annemette H. genannt.

Die Offizierin sei zwischen März und Juni diesen Jahres an vier Verhören beteiligt gewesen, während derer die irakischen Gefangenen in schmerzhafte Positionen gezwungen worden seien. Zudem seien sie in einer besonders für Moslems schlimmen Weise "verbal gedemütigt" worden. Den Irakern sei zum Teil auch der Gang zur Toilette verweigert worden sowie das Essen und Trinken.

Die Untersuchungskommission warf der Kommandoführung des dänischen Bataillons im Irak vor, die umstrittenen Verhörmethoden bis zu einem gewissen Grad gebilligt zu haben oder es zumindest versäumt zu haben, einzuschreiten oder eine Untersuchung einzuleiten. Am Dienstag war bekannt geworden, dass dänische Soldaten irakische Häftlinge im Lager Eden bei Basra im Südirak misshandelt haben sollen. (apa/red)

6.8.2004 08:12