Donnerstag, 5. August 2004

Explosion in ungarischer Feuerwerks-Fabrik: Drei Tote und mehrere Verletzte

  • Überreste des dritten Opfers wurden ebenfalls gefunden
  • Sachschaden auf mehrere 100 Mio. Forint geschätzt

Das dritte Opfer der schweren Explosion in einem Lager für Feuerwerkskörper im Budapester Vorort Törökbalint wurde gefunden, berichtete die Polizei am Freitag. Der Körper des Arbeiters wurde durch die schwere Detonation regelrecht zerfetzt. Die Überreste wurden etwa 100 Meter vom Epizentrum entfernt verstreut gesichtet", erklärte der Landespolizeipräsident des Komitats Pest, Istvan Ignacz, der Ungarischen Nachrichtenagentur MTI gegenüber. Die am Donnerstag gegen 17.00 Uhr erfolgte schwere Explosion forderte weitere zehn Leichtverletzte, die alle das Spital inzwischen verlassen konnten.

Das erste Opfer wurde am späten Abend des Donnerstag in den Trümmern der 5.000 Quadratmeter großen und völlig abgebrannten Halle gefunden und war von einem Eigentümer des Lagers identifiziert worden. Laut Polizei wurde das zweiter Opfer in der Nacht 250 Meter von der Halle entfernt entdeckt, wohin es aller Wahrscheinlichkeit durch die schwere Explosion geschleudert worden ist. Es konnte noch nicht identifiziert werden, da der Körper bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ist.

Sachschaden auf mehrere 100 Mio. Forint geschätzt
Bei dem schweren Unfall könnten nach Schätzungen zehn Tonnen Feuerwerkskörper explodiert sein. Die Arbeiten der Rettungskräfte waren durch die serienweisen Detonationen und die Feuersäulen erschwert worden. Zwei Dutzend Wohnhäuser in der Umgebung standen ebenfalls in Flammen, mehrere wurden völlig unbewohnbar. Auch zahlreiche Autos wurden durch herumfliegende Trümmer beschädigt. Der Sachschaden wird auf mehrere 100 Mio. Forint geschätzt. Viele der Anrainer verbrachten die Nacht in Zelten, berichtete der Ungarische Rundfunk am Freitag.

Die Polizei begann mit dem Einsammeln der durch die Explosionen großflächig verteilten nicht explodierten Feuerwerkskörper. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, sich fern zu halten. Messungen ergaben, dass keine gefährlichen Stoffe in die Luft gelangt sind.

TV-Produktionsleiter bei Unfall getötet
Der ungarische Premier Peter Medgyessy, der den Unfallort am Donnerstagabend besuchte, forderte rasche Untersuchungen hinsichtlich der Brandursache. Im Zusammenhang mit dem Unglück ereignete sich ein weiterer Todesfall: Der Mitarbeiter des ungarischen Privat-TV2, Produktionsleiter Sandor Tuba (33), verunglückte beim Transport der Fernsehaufnahmen vom Brandort in das Studio mit seinem Motorrad.

Immer wieder kommt es in Feuerwerksfabriken weltweit zu schweren Unglücken. Im Mai 2000 hatte eine Explosion einer Feuerwerksfabrik in den Niederlanden 22 Menschen in den Tod gerissen. Die Explosion legte ein Wohngebiet in der Stadt Enschede in Trümmer. (apa/red)

5.8.2004 19:34