Donnerstag, 5. August 2004

Israel dementiert neuen Siedlungsbau: Ausbau von Maale Adumim auf Eis gelegt

  • Sharon traf sich mit US-Gesandten Abrams
  • Keine neuen Baumaßnahmen vorgesehen

Nach internationaler Kritik hat Israel den Bau von 145 Wohnungen in der Siedlung Maale Adumim im Westjordanland nach einem Medienbericht auf Eis gelegt. Das berichtete das öffentliche israelische Fernsehen. Israels Ministerpräsident Ariel Sharon hatte entgegen den Vorgaben des internationalen Nahostfriedensplans Anfang der Woche sein Einverständnis zum Bau von 600 Wohnungen in der größten jüdischen Siedlung der Region gegeben. Das Vorhaben war weltweit auf Kritik gestoßen.

Israels Ministerpräsident Ariel Sharon traf sich mit dem US-Gesandten Elliot Abrams. "Er hat ihm gesagt, dass es keinen solchen Plan gibt", sagte ein Berater Sharons anschließend. Es gebe auch keine neuen Baumaßnahmen. Es gebe allerdings einen Plan von 1994, der den Bau von Hotels und anderen Einrichtungen für Touristen vorsehe.

Die Siedlung Maale Adumim liegt nahe Jerusalem an der Straße nach Jericho und hat derzeit rund 28.000 Einwohner. Nach dem Bau der neuen Wohnungen dürfte die Zahl um weitere 2000 Siedler ansteigen. Der Ausbau verstößt gegen die Richtlinien der von den USA, der UNO, der EU und Russland ausgearbeiteten Roadmap, die ein Ende des Palästinenseraufstandes ebenso vorsieht wie ein Einfrieren der Besiedlung der Palästinensergebiete. (apa/red)

5.8.2004 11:51