Mittwoch, 4. August 2004

Terrornetzwerk El Kaida nimmt Kontakt zu sechs "Sympathisanten" in den USA auf

  • Kontaktaufnahme als Hinweis auf mögliche Anschläge?
  • PLUS: 13 Verdächtige in Großbritannien festgenommen

Die Angst vor dem Terror in den USA ist ungebrochen. Jetzt soll die El Kaida neuerlich sechs "Sympathisanten" in den Vereinigten Staaten kontaktiert haben.

Die Information sei nach der Festnahme des als Terrorist verdächtigten Computerexperten Naem Noor Khan Mitte Juli in Pakistan ans Licht gekommen, berichtete ein CNN-Korrespondent aus Islamabad. Nach Angaben pakistanischer Beamter habe Khan selbst Kontakte in die USA und auch nach Großbritannien gepflegt. Die britische Polizei nahm bei einer Antiterror-Razzia 13 Verdächtige fest. Ob dies im Zusammenhang mit der Auswertung von Khans Computer stand, sagten die britischen Behörden nicht. Den Verdächtigen wird die "Vorbereitung terroristischer Taten oder die Anstiftung dazu" vorgeworfen.

Die US-Behörden waren in die Kritik geraten, weil sie am Sonntag Alarm schlugen, obwohl die als Grund dafür genannten verdächtigen Aktionen, das Ausspionieren mehrerer Gebäude in New York und Washington, schon drei oder vier Jahre zurücklagen. Das Heimatschutzministerium stellte daraufhin klar, dass außer den weit zurückliegenden Spähaktionen jüngere "Al-Kaida-Aktivitäten" zu der Warnung führten. Einzelheiten hatte das Ministerium nicht genannt.

Die Regierung habe nach neuen Erkenntnissen, die das Weiße Haus am vergangenen Freitag erreichten, schnell handeln müssen, zitierte die "New York Times" am Mittwoch Regierungsbeamte. Es gebe wenig Zweifel daran, dass "Al Kaida sich in Richtung der Ausführungsphase hier in unserer Heimat bewegt". Es gebe sogar Hinweise auf mögliche Anschläge schon in den nächsten Wochen.

Die US-Regierung hatte nach der jüngsten Terrorwarnung von Sonntag die Sicherheitsvorkehrungen für die Gebäude von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Washington sowie die Börse und mehrere Bankgebäude in New York und Newark erheblich verstärkt.

Heimatschutzminister Tom Ridge widersprach am Dienstag dem Vorwurf, dass das Vorgehen der Regierung wegen der bevorstehenden Wahlen politisch motiviert sei. Nach seinen Worten geht die Regierung davon aus, dass es so genannte "Schläferzellen" von Al Kaida in den USA gibt. (apa/red)

4.8.2004 21:33