Mittwoch, 4. August 2004

Israel weitet Einsatz im Gazastreifen aus: Fünf Palästinenser tot, darunter zwei Kinder

  • UN-Flüchtlingshilfswerk zieht Mitarbeiter aus Gaza ab
  • US-Botschaft wiederholt Reisewarnung für Israel

Die israelische Armee hat am Mittwoch ihren Militäreinsatz im nördlichen Gazastreifen ausgeweitet. Bei gewaltsamen Zwischenfällen in den Palästinensergebieten wurden insgesamt fünf Palästinenser getötet, darunter zwei Kinder im Alter von 10 und 15 Jahren.

Angesichts der angespannten Lage zog das UN-Flüchtlingshilfswerk UNWRA fast alle Mitarbeiter aus dem Gazastreifen ab. Die US-Botschaft wiederholte eine Reisewarnung für den Gazastreifen, das Westjordanland und Israel.

Nach palästinensischen Augenzeugenberichten drangen die Truppen bis zu den Außenbereichen des Flüchtlingslagers Jabalia bei Gaza vor. Seit mehr als einem Monat hält die Armee die nahe gelegene Ortschaft Beit Hanun besetzt, um Raketenangriffe auf Israel zu unterbinden. Nach palästinensischen Angaben wurden drei Palästinenser, darunter zwei Kinder, von den vordringenden Truppen erschossen.

Eine Armeesprecherin teilte mit, es habe sich bei einem von ihnen um einen Bewaffneten gehandelt. In einem anderen Fall hätten die Soldaten das Feuer auf zwei verdächtige Personen eröffnet, die dabei waren, einen Sprengsatz zu legen.

Bei einem heftigen Feuergefecht mit israelischen Soldaten wurden in Nablus ein 29-jähriger militanter Palästinenser getötet und drei weitere verletzt. Nach palästinensischen Angaben begannen die Schießereien, als Einwohner eine verdeckte israelische Einheit in der Stadt im nördlichen Westjordanland bemerkten. (apa)

4.8.2004 20:46