Spannungen zwischen Bagdad und Teheran: Irak wirft Iran Sabotage vor
- "Gewisse Nachbarn gießen Öl ins Feuer"
- Vier Iraner in Pilgerstadt Kerbala festgenommen
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Die Spannungen zwischen der irakischen Übergangsregierung und dem Iran haben sich weiter verschärft. Der irakische Verteidigungsminister Scheich Hazim al Shaalan hat neue heftige Attacken gegen das Nachbarland gerichtet und der Führung in Teheran vorgeworfen, den Wiederaufbau seines Landes zu sabotieren und dessen nationale Identität zu gefährden.
In der schiitischen Pilgerstadt Kerbala wurden unterdessen vier iranische Staatsbürger mit gefälschten Reisepässen festgenommen. Die Iraner hätten gestanden, an nicht näher bezeichneten Terroraktionen im Irak teilgenommen zu haben und einem Netzwerk von Agenten anzugehören, das von Kerbala aus operiere.
Die Führung in Teheran versuche, die demografische Struktur des Irak zu "sabotieren", sagte Shaalan der kuwaitischen Tageszeitung "Al Anbaa" (Mittwoch-Ausgabe). Während das irakische Volk leiden müsse, seien "gewisse Nachbarn" dabei, "Öl ins Feuer zu gießen". Dafür gebe es "zahlreiche Beweise". Es würden iranische Agenten in den Irak eingeschleust. Der Minister forderte von Teheran die sofortige Rückgabe von 130 irakischen Kampfflugzeugen, die das gestürzte Regime von Saddam Hussein im Jahr 1991 unmittelbar vor dem zweiten Golfkrieg im Iran in Sicherheit gebracht hatte. Der Irak hatte auch vier Flugzeuge in Tunesien und sechs weitere in Jordanien geparkt.
Die Regierung in Teheran hat erklärt, sie habe lediglich 22 irakische Flugzeuge in Verwahrung und werde diese zurückerstatten, falls ihr ein entsprechender Antrag seitens der Vereinten Nationen vorliege. In einem Interview für die "Washington Post" vom 26. Juli hatte Shaalan den Iran als den "Hauptfeind des Irak" bezeichnet und gemeint, Teheran wolle die junge Demokratie im Irak "töten". Der in London herausgegebenen arabischen Zeitung "Asharq al Awsat" hatte Shaalan gesagt: "Die iranische Einmischung ist gewaltig und seit der Wiedererrichtung des irakischen Staates beispiellos".
Ein geplanter Besuch des irakischen Premierministers Iyad Allawi in Teheran wurde wegen der diplomatischen Verstimmungen auf unbestimmte Zeit verschoben.
(apa)
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