Mittwoch, 4. August 2004

Geiseln im Irak laufen gelassen: Vier Jordaniern und zwei Türken sind wieder frei

  • Truppen in Irak? Jordanien signalisiert Bereitschaft

Im Irak sind vier von sieben entführten Jordaniern wieder frei. Ein Stammesführer in Falluja sagte am Mittwoch, die Männer seien unversehrt und hielten sich in seinem Haus auf. Auch der Bruder einer Geisel bestätigte deren Freilassung. Mohammed Abu Jafaar sagte, er habe mit seinem Bruder Ahmed telefonieren können.

Scheich Haj Ibrahim Jassam sagte, er habe am Dienstagabend erfahren, dass vier entführte Jordanier in einem Haus am Stadtrand von Falluja festgehalten würden. "Ich habe meine Brüder und Stammesangehörigen aufgerufen, die Geiseln zu befreien, dann haben wir das Haus vergangene Nacht eingenommen", sagte Jassam. Die Geiselnehmer seien geflohen. "Ich bin froh, dass diese unschuldigen Muslime befreit wurden", sagte der Scheich.

König Abdullah II. hatte am Vortag die grundsätzliche Bereitschaft Jordaniens erklärt, Truppen in den Irak zu entsenden, sollte sein Land von der Übergangsregierung in Bagdad darum gebeten werden. Die Stationierung von Truppen aus islamischen Staaten war Gegenstand von Gesprächen, die US-Außenminister Powell vor wenigen Tagen in Saudiarabien mit dem irakischen Premier Allawi geführt hat. Der Außenminister Saudiarabiens, Prinz Saud al Faisal, hatte anschließend erklärt, solche Truppen müssten die derzeitigen US-geführten multinationalen Streitkräfte ersetzen, dürften aber keinesfalls in diese integriert werden.

Der jordanische König hatte wiederholt gesagt, es würde für sein Land sehr schwierig sein, "Nein zu sagen", wenn der Irak ausdrücklich um militärische Hilfe bitten sollte. Die in Jordanien herrschende Haschemiten-Dynastie regierte bis 1958 auch im Irak. Kurz vor der irakischen Revolution hatten die beiden Königreiche ihre Vereinigung beschlossen.

Auch zwei Türken freigelassen
Auch zwei verschleppte Türken sind nach Informationen des arabischen TV-Nachrichtensenders Al Jazeera freigelassen worden. Wie der Sender in Katar am Mittwoch berichtete, teilten die Entführer der beiden Männer in einer Videoaufnahme mit, sie würden ihre Geiseln freilassen. Die Gruppe des als Terroristen gesuchten Jordaniers Abu Musab al Zarqawi hatte damit gedroht, die türkischen Lastwagenfahrer umzubringen, wenn deren Arbeitgeber sich nicht aus dem Irak zurückzögen.

(apa/red

4.8.2004 09:08