Brandkatastrophe in Paraguay: Sechs Anklagen, Supermarkt-Eigentümer in Haft
- Sicherheitschef schloss "auf Anordnung von oben" alle Ausgänge. Verwirrung um Zahl der Todesopfer
·Feuer-Drama: Mindestens 364 Tote!
Paraguay: Polizei nimmt Besitzer & Wachleute fest
·Bilder des Feuer- Infernos in Paraguay!
Hunderte Tote und Verletzte zu beklagen
·Brandkatastrophen der letzten Jahre
Feuer-Dramen in Einkaufs- und Vergnügungszentren
Wegen der Brandkatastrophe in einem Einkaufszentrum in Asuncion mit mindestens 372 Toten müssen sich der Eigentümer und fünf weitere Menschen vor Gericht verantworten. Ein Strafrichter ordnete am Dienstag Haftbefehl wegen vorsätzlicher Tötung gegen Juan Pio Paiva an, den Eigentümer des Einkaufszentrums in der paraguayischen Hauptstadt.
Er soll für die Schließung des Zentrums verantwortlich sein, wodurch am Sonntag dutzende Menschen in den Flammen eingeschlossen wurden und qualvoll starben. Die Identifizierung der teils bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Opfer dauerte mit Hilfe ausländischer Experten an.
Der Strafrichter schickte den Eigentümer Paiva in ein Gefängnis von Asunción und ordnete die Beschlagnahmung seines Vermögens in Höhe von rund zehn Millionen Dollar an. Auch gegen Paivas Sohn Daniel und drei private Wachleute wurden Haftbefehle erlassen. Daniel Paiva ordnete nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Schließung der Anlage an. Dadurch sollten die Besucher daran gehindert werden, das Einkaufszentrum ohne zu zahlen zu verlassen. Gegen den Geschäftsführer Humberto Casaccia wurde wegen unterlassener Hilfeleistung Hausarrest verhängt. Er wird beschuldigt, geflohen zu sein statt zu helfen.
Paiva fügte sich gesenkten Kopfes der gerichtlichen Anordnung und beteuerte, er habe die Schließung der Eingangstüren nicht angeordnet. Es liegen jedoch Hinweise dafür vor, dass die Verantwortlichen des Einkaufszentrums die Schließung angeordnet hätten. Zahlreiche Augenzeugen hatten berichtet, die Eingangstüren seien auf Anordnung von Daniel Paiva geschlossen worden.
Über die Zahl der Todesopfer herrschte am Dienstag Verwirrung. Während Rettungskräfte von bis zu 450 Toten sprachen, gab Innenminister Orlando Fiorotto die Zahl der Toten mit mindestens 372 an.
(apa)
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