Folterskandal durch dänische Soldaten: Komandant der Truppe entlassen
- Auch Stellvertreter wurde von Minister abberufen
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Nach Misshandlungsvorwürfen gegen einen dänischen Offizier hat die Regierung in Kopenhagen ihren Militärkommandanten im Irak und dessen Stellvertreter entlassen. Verteidigungsminister Soeren Gade sprach am Dienstagabend von einer "politischen Entscheidung". Er warf dem Kommandanten der 496 im Südirak stationierten dänischen Soldaten, Henrik Flach, "fehlendes Augenmaß" vor.
"Wir werden nicht zulassen, dass die internationalen Konventionen nicht beachtet werden", sagte der Verteidigungsminister. Gade beorderte Flach und seinen Stellvertreter Poul Erik Andersen nach Dänemark zurück.
Der beschuldigte Offizier ist bereits aus dem Irak abgezogen worden, nachdem mehrere Soldaten ihn der Misshandlung von Gefangenen bezichtigt hatten. Nach Berichten der Zeitungen "Ekstra Bladet" und "Politiken" vom Dienstag handelt es sich um eine Offizierin. Ein Sprecher der Streitkräfte sagte am Dienstag, die Ermittlungen würden sich nicht auf diese eine Person beschränken. Es sei unwahrscheinlich, dass nur eine Person in den Fall verwickelt gewesen sei.
Kameraden verrieten Komandanten
Generalstabssprecher Hans-Christian Mathisen betonte, die mutmaßlichen Misshandlungen seien von Kameraden aus der dänischen Armee gemeldet worden. Den betroffenen Soldaten werde vorgeworfen, sie hätten irakischen Häftlingen Wasser verweigert oder diese mehrere Stunden lang "in unbequeme oder schmerzhafte Positionen" gezwungen. Es gehe demnach zwar um eine "moderate" Form der Misshandlung, aber auch dies sei "völlig inakzeptabel", sagte der Sprecher des Generalstabs. Der Untersuchungsbericht werde in etwa einem Monat vorliegen.
(apa)
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