EU-Kommission gegen Visa: Ausschluss von Morgan Stanley wettbewerbswidrig
- Bestimmungen für Mitgliedschaft bei Visa "nicht objektiv"
- Konkurrent Mastercard habe kein derartige Bestimmung
Gegen den Kreditkarten-Anbieter Visa hat die EU- Kommission ein Verfahren wegen wettbewerbsverzerrender Praktiken eingeleitet. Wie die EU-Behörde am Dienstag in Brüssel mitteilte, formulierte sie in einem formellen Schreiben an das Unternehmen mehrere Einwände, weil Visa durch seine marktbeherrschende Stellung Konkurrenten den Zugang zu seinen eigenen Kunden verwehrt.
Die Kommission zeigte sich besorgt, dass die Bestimmungen für eine Mitgliedschaft im Visa-Netzwerk "nicht objektiv und in einer nicht- diskriminierenden Art und Weise" gegenüber allen Antragstellern angewendet würden. Konkret verwies die EU-Behörde auf den Fall der US-Investmentbank Morgan Stanley, die mit Discover eine eigene Kreditkarten-Marke betreibt. Der Zugang zu Visa-Kunden, wie etwa Einzelhändlern, wurde Morgen Stanley verwehrt, nachdem der Kreditkartenriese die Bank als Konkurrent einstufte.
Andere Kartenbetreiber wurden jedoch als Mitglieder des Visa- Netzwerks akzeptiert, kritisiert die Kommission. Sie nannte u.a. den Finanzkonzern Citigroup, zu dem die Kreditkarten-Firma Diners Club gehört, und mehrere japanische Banken. "Visa hat nicht erklären können, warum ein globales Netzwerk wie Diners Club, das in über 200 Ländern operiert, einschließlich Europa, eine geringere Bedrohung für Visa darstellt als ein regionales Netzwerk wie Discover, das nur in den USA tätig ist."
Das Konkurrenzunternehmen Mastercard habe keine vergleichbaren Vorschriften wie Visa und habe auch Morgan Stanley Zugang zu seinen Kunden erlaubt, erinnerte die EU-Behörde. Visa und Mastercard kontrollieren zusammen rund 90 Prozent des europäischen Kreditkarten- Marktes. Visa hat drei Monate Zeit auf die Vorwürfe zu antworten. Sollte das Unternehmen die Bedenken nicht entkräften, drohen ihm hohe Geldstrafen.
(apa)
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