Lufthansa-Notlandung war laut Airline keine: Kapitäns-Instrumente funktionierten
- Höhen- & Querruder funktionierten nur bei Co-Pilot nicht
- Sprecherin: "Zu keiner Zeit eine gefährliche Situation"
Die Notlandung einer Maschine der Lufthansa-Tochter CityLine in Graz ist gar keine gewesen. Zumindest betont das Airline-Sprecherin Renate Hocke nach einer Unterredung mit dem Kapitän. Demnach ist zwar die Steuerung für Höhen- und Querruder auf Seite des Co-Piloten ausgefallen, auf Seite des Kapitäns habe aber alles einwandfrei funktioniert.
Deshalb seien der Anflug auf Graz kurzfristig abgebrochen und die Systeme gecheckt worden. Es hätte aber "zu keiner Zeit eine gefährliche Situation" bestanden.
Co-Pilot war "flying pilot"
"Damit die Jungpiloten ihre Flugerfahrung sammeln, wird vor dem Abflug immer ausgelost, wer startet und wer landet", erklärte Hocke im Gespräch mit der APA, "dieses Mal war der Co-Pilot der so genannte flying pilot gewesen". Normalerweise seien die beiden Steuerungen gekoppelt, es sei aber auch möglich, die Kopplung zu deaktivieren, was in dem Fall auch gemacht wurde.
Da die technischen Probleme auf der Seite des Co-Piloten aufgetreten waren, habe der Kapitän mit seiner Steuerung von Höhen- und Querruder die Maschine gelandet. Die Situation ist laut Lufthansa "nie beunruhigend" gewesen. "Das Flugzeug konnte vom Piloten mit intakten Rudern gelandet werden", so Hocke. Damit waren auch ihre Angaben vom Vormittag absolet, wonach die Crew-Mitglieder die Maschine über den Motor gelenkt hätten, was ein "extrem schwieriges Unterfangen" wäre, möglich nur bei "optimalen Wetterbedingungen".
Urache für Defekt noch unbekannt
Diese irrtümliche Annahme, die zehn Jahre alte Maschine vom Typ Avron RJ 85 sei mit Hilfe des Motors gesteuert und dann gelandet worden, sei der Lufthansa fälschlicherweise von Kollegen in Graz gemeldet worden, sagte Hocke. Die Ursache für den technischen Defekt war zunächst noch nicht bekannt. Ein Experten-Team befand sich am Sonntagnachmittag auf dem Flughafen Thalerhof. "Mit einem Ergebnis kann man aber erst frühestens Montag Mittag rechnen", so die Sprecherin der Lufthansa. (apa/red)
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