Türkei in die EU: 60 bis 80 Prozent der Österreicher sind gegen einen Beitritt!
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Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider trat erst kürzlich für einen Beitritt der Türkei zu EU ein. Mit dieser Meinung steht er nun allerdings ziemlich alleine da. Nicht nur seine eigene Partei, sondern auch ÖVP, SPÖ und Grüne sprechen sich gegen einen Beitritt aus. Laut Meinungsforscher will auch das österreichische Volk die Türkei nicht in der EU sehen. Die Ablehnung zwischen 60 und 80 Prozent.
Gallup nennt 60 Prozent, market 70 und Sora 80 Prozent der Befragten, die gegen eine Aufnahme der Türkei in die EU sind, berichtete das Radio-Morgenjournal des ORF am Samstag. Werner Beutelmeyer von market glaubt, dass es dabei vor allem ums Geld geht. "Es geht weniger um Historisches als um die Angst, dass es einen Niveau-Verlust beim Lebensstandard in der Zukunft geben könnte. Und darum, dass die Türkei uns letztlich viel kostet".
Peter Hajek von OGM ortet ein diffuses Unbehagen. "Man kennt die Türkei nicht so genau, außer maximal vom Urlaub. Man hat Angst wegen der unterschiedlichen Kulturkreise. Das Islam-Thema kommt durch die Terroranschläge jetzt stärker zum Tragen". Eva Zeglowits vom Sora-Institut meint, dass die Älteren und die einfacheren Leute skeptischer seien. Dieses Phänomen beziehe sich aber nicht nur auf die Türkei, sondern gelte auch für andere Länder wie Serbien, Bulgarien oder Rumänien.
Haider hatte zuletzt gemeint, die FPÖ habe in der Frage eines EU-Beitritts der Türkei "überhaupt kein Entscheidungsrecht". Er verstehe deshalb die Debatte innerhalb der Freiheitlichen nicht. Strache erinnerte dagegen an den "einstimmigen FPÖ-Bundespartei-Vorstandsbeschluss Anfang Mai dieses Jahres, der eine grundsätzliche Ablehnung eines EU-Beitritts der türkei festhält. Vorreiter dieser Linie war die Wiener FPÖ".
Strache widerspricht Haider
Der Wiener FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider in der Frage eines EU-Beitritts der Türkei neuerlich widersprochen. Während Haider für einen Beitritt eintritt, damit keine fundamentalistischen Staaten entstehen, erklärte Strache, dass die FPÖ-Parteilinie "klar definiert" sei und die Ablehnung eines Türkei-Beitritts auch durch eine gute Zweidrittel-Mehrheit der Österreich mitgetragen werde. (apa)
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