Immer weniger "Ewiggestrige": Für 31% hatte Nationalsozialismus auch was Gutes!
- 1987 waren es noch 47 Prozent
- Demokratie ist den Österreichern viel Wert
Die Zahl der "Ewiggestrigen", die meinen, der Nationalsozialismus habe auch sein Gutes gehabt, nimmt stetig ab: 1987 waren es noch 47 Prozent, in diesem Jahr nur mehr 31 Prozent. Für eine "Demokratie ohne Wenn und Aber" sprechen sich 90 Prozent der Befragten aus. Das geht aus einer neuen repräsentativen Fessel-GfK-Umfrage von 4.000 Österreichern ab 15 Jahren hervor.
Das Interesse an der jüngeren österreichischen Geschichte hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht: bekundeten 1987 erst 38 Prozent sehr starkes oder eher starkes Interesse an der jüngeren österreichischen Geschichte (seit 1918), so gilt dies 2004 bereits für fast zwei Drittel. Der Prozentsatz von sehr wenig bzw. überhaupt nicht Interessierten hat von 18 auf vier Prozent abgenommen.
Die NS-Zeit wird überwiegend negativ beurteilt und zwar im Zeitverlauf immer negativer: vertraten 1987 46 und 1996 53 Prozent die Ansicht, der Nationalsozialismus habe für Österreich nur oder größtenteils Schlechtes gebracht, so sind es 2004 67 Prozent.
Neun von zehn Österreichern halten die Demokratie in jedem Fall für besser als eine Diktatur; zwei Prozent bekunden Gleichgültigkeit und sieben Prozent halten eine autoritäre Variante für unter Umständen besser. Diese Werte entsprechen in etwa jenen anderer entwickelter Demokratien.
Im Vergleich zu den fünfziger Jahren ist zudem das Bewusstsein, dass Demokratie und ihre Voraussetzungen (wie der Schutz der persönlichen Freiheit und der Menschenwürde) nicht nur wünschenswert, sondern auch im Notfall verteidigenswerte Güter sind, beträchtlich angewachsen. 1955 war etwas mehr als die Hälfte der Österreicher bereit, im Bedrohungsfall für die persönliche Freiheit der Österreicher zu kämpfen, jetzt beträgt dieser Wert 88 Prozent. (apa)
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