Abtreibungsdebatte in Salzburg: SP-Frauen fordern Verhütungsmittel auf Krankenschein
- Heinisch-Hosek glaubt nicht an Platzen der Koalition
- Kritik an VP-Frauen: "Die ÖVP-Frauen schweigen"
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Die SP-Frauen fordern angesichts des Salzburger Abtreibungsstreites Gratis-Verhütungsmittel auf Krankenschein. Als Beispiele nannte SP-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek Kondome und die Pille. Dass die Abtreibung zum Ende der rot-schwarzen Koalition in Salzburg führen könnte, glaubt Heinisch-Hosek nicht. Keine der beiden Seiten sei daran interessiert, dieses Thema zur Koalitionsfrage werden zu lassen, glaubt die SP-Abgeordnete.
Enttäuscht zeigt sich Heinisch-Hosek von den ÖVP-Frauen und Frauenministerin Maria Rauch-Kallat. "Die ÖVP-Frauen schweigen, wie der Kanzler zu vielen Themen geschwiegen hat." Die SP-Frauensprecherin stört, dass vor allem männliche Vertreter der Volkspartei mit dem Argument, das ungeborene Leben schützen zu wollen, gegen die Abtreibung zu Felde ziehen. Heinisch-Hosek: "Um den Schutz des Lebens der Frauen schert sich keiner von ihnen."
Kritik an der Regierung übt Heinisch-Hosek auch in Sachen Pensionen und Arbeitsmarkt. Sie fordert die bessere Bewertung der Teilzeitarbeit für das Pensionssystem, da mehr als die Hälfte der Frauen Teilzeit arbeite. Außerdem müsse das Recht auf Teilzeitarbeit auch in kleinen Betrieben unter 20 Mitarbeitern greifen.
Beim Kindergeld fordert die SP-Frauensprecherin die Ausdehnung des Kündigungsschutzes auf die gesamte Laufzeit sowie Anreize für mehr Väterkarenz (zum Beispiel mehr Geld bei kürzerem Karenzbezug). Immer noch werde der Großteil der unbezahlten Arbeit in den Familien von Frauen erledigt, kritisiert Heinisch-Hosek: "Frauen sind keine Familiendienerinnen, Frauen sind auch Verdienerinnen. Aber bei dieser Regierung sind Frauen vor allem Dazuverdienerinnen."
Heinisch-Hosek verweist darauf, dass Frauen immer noch überdurchschnittlich armutsgefährdet sind. Die Lohn-Differenz zu den Männern betrage bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit 36 Prozent.(apa/red)
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