Montag, 2. August 2004

Österreich kontrolliert am meisten: EU kritisiert falsche Angaben zu Pestiziden

  • Auch Grenzwerte seien in Österreich niedriger angesetzt als in anderen Ländern

Die EU-Kommission hat Angaben von Umweltorganisationen zurückgewiesen, wonach Österreich neben Deutschland und den Niederlanden bei der Pestizidbelastung zu den am stärksten betroffenen Staaten gehört. "Das stimmt einfach nicht. Österreich, die Niederlande und Deutschland sind jene Länder in Europa, die am meisten kontrollieren", sagte Beate Gminder, die Sprecherin von EU-Kommissar Byrne.

Österreich kontrolliere eine große Anzahl von Wirkstoffen und tue dies überdies sehr zielgerichtet, sagte die Kommissionssprecherin. Auch die Grenzwerte seien in Österreich niedriger angesetzt als in anderen Ländern. Weder Kontrollen noch Höchstgrenzen für die Pestizidbelastung seien in der EU harmonisiert, daher seien die Ergebnisse auch nicht vergleichbar. Es sei daher "ungerecht", jemanden so "an den Pranger zu stellen", betonte die Sprecherin von Byrne. In absoluten Zahlen sei die Pestizidbelastung in Österreich niedriger als in anderen EU-Staaten. "Österreich ist etwa besser dran als Griechenland und Spanien", betonte die Sprecherin.

Die Kommission begrüße die ausführlichen österreichischen Kontrollen, so Gminder. Sie hob weiters hervor, dass eine bloße Überschreitung der Höchstwerte noch nicht automatisch gesundheitsgefährdend sei.

Die Umweltorganisation Global 2000 hatte am Wochenende unter Berufung auf einen aktuellen Monitoring-Bericht der Kommission behauptet, Österreich liege sowohl bei der allgemeinen Pestizidbelastung als auch bei den Höchstwertüberschreitungen unter den schlechtesten drei EU-Staaten. Auch SPÖ und Grüne hatten von einem "Alarmsignal" gesprochen und Gesundheitsministerin Rauch-Kallat zu schärferen Kontrollen aufgefordert. (apa)

2.8.2004 18:13