Mittwoch, 13. Oktober 2004

Hoher Ölpreis könnte Autoabsatz bremsen:
2004 weniger Neuzulassungen!

  • Experte: "Die Automobilindustrie wird damit tendenziell wieder einmal gebremst"

Das neuerliche Rekordhoch bei den Ölpreisen könnte nach Einschätzung von Experten den schleppenden Autoabsatz im Inland zusätzlich schwächen. Sollte der Preis je Fass (159 Liter) Erdöl dauerhaft auf hohem Niveau bleben, befürchten Branchenexperten und Marktforscher weiter schrumpfende Pkw-Neuzulassungen.

Die vor kurzem wegen der schwachen Konsumstimmung bereits reduzierten Branchenerwartungen müssten dann erneut auf den Prüfstand. Den Herstellern stünde im fünften Jahr in Folge in Deutschland eine Rezession der Autokonjunktur bevor, die nach Expertenmeinung vor allem Hersteller von Autos für den breiten Massengeschmack treffen würde.

"Die Automobilindustrie wird damit tendenziell wieder einmal gebremst", sagte Wolfgang Meinig, Leiter der Forschungsstelle Automobilwirtschaft an der Uni Bamberg, mit Blick auf das Rekordniveau bei den Ölpreisen. Er vermute, dass das Vorjahresergebnis bei den Pkw-Neuzulassungen in Deutschland von 3,24 Millionen Fahrzeugen in diesem Jahr nicht erreicht werde. Mit dafür verantwortlich seien die seit Monaten hohen Benzinpreise, die durch die steigenden Erdölpreise weiter steigen dürften, fügte Meinig hinzu.

Deutlich zuversichtlicher äußerte sich das Beratungsunternehmen Global Insight, das für 2004 auch bei anhaltend hohen Ölpreisen einen leichten Anstieg der Autoabsätze auf 3,28 Millionen Neuzulassungen für möglich hält. Im Gegensatz zu den meisten anderen Experten schätzt Analyst Philipp Rosengarten die dämpfende Wirkung des Erdölpreises auf die Autokonjunktur als eher gering ein. Er begründet dies mit der zusätzlichen Nachfrage nach Gebrauchtwagen in den neuen EU-Ländern Osteuropas, wodurch die Nachfrage nach neuen Autos in Deutschland angekurbelt werden könnte. (apa/red.)

13.10.2004 09:35