Psycho-Test für Moped 15-Fahrer: KFV will Wiedereinführung zum Schutz der Jugend
- Zahl der Unfall-Opfer verdreifacht seit Test-Abschaffung
- Jugendliche nutzen Moped hauptsächlich für Freizeit

Aufgrund der alarmierenden Unfallzahlen im Bereich Moped 15 fordert das österreichische Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) eine zeitliche und örtliche Einschränkungen für Moped 15-Ausweise. In der Presseaussendung von Donnerstag schlägt das KfV die Wiedereinführung des Persönlichkeitstests als geeignete Maßnahme vor.
Am 1. Oktober 2002 wurde die verkehrspsychologische Untersuchung, der sogenannte Persönlichkeitstest für Moped 15-Lenker, (5. FSG-Novelle) abgeschafft. Das KfV macht diesen Schritt für den alarmierenden Anstieg der Unfallzahlen hauptverantwortlich. Laut Presseaussendung des KfV ereigneten sich KFV will Wiedereinführung zum Schutz der Jugend. Allein im Vorjahr sollen sich 663 Unfälle ereignet haben.
Verdreifachung der Zahl der Verletzten
Im Jahr bevor der Persönlichkeitstest abgeschafft wurde, so argumentiert das KfV weiter, waren 192 verletzte Moped 15-Lenker zu verzeichnen. Ein Jahr danach konnten de facto alle 15-jährigen den Mopedschein erwerben, was dazu geführt hat, dass sich die Anzahl der Verletzten beinahe verdreifacht habe.
Jugendliche nutzen Moped hauptsächlich für Freizeitaktivitäten
In einer Erhebung des KfV zeigt sich, dass etwa 25 Prozent der Moped 15-Fahrer ihre Bikes außerhalb der Schul- bzw. Arbeitszeiten benutzen. Alle Zahlen würden darauf hin deuten, dass die 15-Jährigen das Moped zu wesentlichen Teilen für den Freizeitverkehr speziell am Nachmittag und Abend nutzen, was nicht dem angestrebten Ziel, ihnen die Erreichung von Arbeitsstätte oder Schule zu ermöglichen, entsprechen würde.
Wiedereinführung des Persönlichkeitstests
Das ursprünglich angestrebte Ziel der Einführung von Moped 15 im Jahr 1997 war der Zweck, dass 15-jährige, welche in ländlichen Gebieten ohne öffentliche Anbindung zu Hause sind, problemlos zu ihrer Ausbildungsstätte gelangen konnten. Wegen des erhöhten Risikos dieser Altersgruppe (Reifedefizite, Imponiergehabe, Pubertät) wurde der Persönlichkeitstest eingeführt, der als Kompromiss zwischen den Mobilitätsinteressen der Jugendlichen und ihrem Schutz vor Verkehrsunfällen diente. Durch diesen Test wurde im individuellen Einzelfall überprüft, ob bereits ausreichende geistige Reife für die motorisierte Verkehrsteilnahme liegt. Bei rund 20 Prozent der Bewerber wurden gravierende Reifedefizite festgestellt.
"Entgegen Expertenmeinungen und eindringlichen Warnungen der Verkehrsexperten wurde der Persönlichkeitstest für 15-jährige Mopedlenker abgeschafft eine kontraproduktive Maßnahme, die de facto eine bundesweite Senkung des Mopedeinstiegsalters auf 15 Jahre gebracht hat. Das KfV rät daher dringend zur raschen Wiedereinführung des Persönlichkeitstests", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit.
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