Renaissance des Cadillac: Chef, Jim Taylor,
übers Comeback des Straßenkreuzers
- Warum Cadillac jetzt wieder auf vollem Erfolgskurs ist
- US-Marke bald mit "Experience-Center" in Österreich

Die Prestigemarke Cadillac gibt unter ihrem Chef Jim Taylor, 49, wieder ordentlich Gas. "Um am Weltmarkt zu bestehen, müssen unsere Autos wieder den Weltstandard vorgeben", sagt der für die Prestigemodelle zuständige Boss. Vier neue Modelle mit der so genannten Sigma-Architektur stellen die Caddy-Flotte dar: der mittelgroße CTS, das Crossover-Fahrzeug SRX, der Luxusroadster XLR sowie die Nobellimo STS. Den Vertrieb von Cadillac und Chevrolet übernimmt die holländische Kroyman-Gruppe. In Wien soll demnächst ein so genanntes "Cadillac Experience Center" - gerüchtehalber auf den Gründen von Opel Kandl am Kai - starten.
Der Cadillac Chef Jim Taylor exklusiv im NEWS-Interview mit Alex Meister:
NEWS: Die Marke Cadillac galt noch vor kurzem als verzopft und überaltert. Jetzt ist es aber plötzlich auch in jungen Kreisen wieder hip, einen Caddy zu fahren. Wie haben Sie diesen Turnaround geschafft?
Taylor: Stimmt, wir hatten den Ruf, eine Marke für Pensionisten zu sein. Und dieses Image mussten wir schleunigst wegkriegen. Aber die besten Werbestrategien und das gefinkeltste Marketing gehen ins Leere, wenn sich das Produkt nicht ändert. Und so kam der Umschwung mit dem Escalade, einem martialischen SUV, das bei den Kunden glänzend ankam. Vor allem Sportler und Popstars, hier wieder besonders Rapper, liebten dieses Auto. Und plötzlich war es für junge Leute wieder okay, einen Cadillac zu fahren.
NEWS: Aber ein Modell bringt noch keinen kompletten Umschwung ...
Taylor: Als Nächstes kam der CTS heraus. Eine an 3er-BMW und C-Mercedes orientierte Limousine, die so anders aussieht als alle Autos, die sonst auf der Straße herumfahren. Da war es klar, dass sich bei Cadillac schwer etwas tut.
NEWS: Wieso hat sich die Optik so geändert - haben Sie Ihren Chefdesigner gefeuert?
Taylor: Nein, manchmal bedarf es einer Krise, um Dinge zu ändern. 1989 steckten wir sogar in einer ganz schweren: Unsere Aktien fielen, unsere Verkaufszahlen und Sympathiepunkte ebenfalls. Wir mussten blitzschnell handeln, sonst wären wir aus dem Geschäft gewesen. Nachdem die GM-Bosse beschlossen hatten, dass Cadillac als Flaggschiffmarke erhalten bleiben muss, erarbeiteten wir eine neue Optik und Architektur für die Autos. Wir fuhren neue Werbelinien mit Musik von Led Zeppelin und ließen den CTS in ,Matrix Reloaded' auftreten.
NEWS: Cadillac lässt demnächst ein kleines Cabrio bei Magna in Graz fertigen?
Taylor: So ein Nischenmodell würde gut zu Magna passen. Es ist zwar noch nichts unterschrieben, aber gut möglich, dass da in nächster Zeit etwas in diese Richtung passiert. (NEWS/31)
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