Ferientrends: Kürzer, öfter, hochwertiger. "Golden Oldies" lassen die Euros springen!
- Reisebranche setzt auf Generation 50+. Sport boomt!
- Durchschnittsurlauber gibt 615 pro Jahr aus
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Urlaubsflirt: Hier ist jede und jeder allzeit bereit!
Drei "Megatrends" im internationalen Tourismus ortet eine aktuellen Studie: 1.: Der Urlaub darf etwas mehr kosten als früher. 2.: Kürzere Ferien, dafür aber öfter. 3.: Die Generation 50+ bootm! Sogenannte "Golden Oldies" lassen die Euros klingeln. Zum Vergleich: Der Durchschnittsurlauber gibt 615 Euro pro Jahr aus, die "Golden Oldies" lassen 685 Euro springen. Die über 70-Jährigen geben für Reisen 850 Euro im Jahr aus.
Die Klientel der Generation ab 50 sei die international am stärksten wachsende Zielgruppe, so der Mittel- und Osteuropa-Chef von Roland Berger Consultants, Manfred Reichl. "Ein Teil dieser Generation hat Geld und Zeit, ist qualitäts-, aber nicht preissensibel", fasst Reichl zusammen. Österreich sei zwar in diesem Segment - vor allem bei deutschen Touristen - sehr beliebt, habe aber noch ein allzu "verstaubtes Image", so Tourismusexperte Julian Pötzl. Die "Golden Oldies" würden schon einmal Mountainbiken oder Raften, die Angebote hierfür fehlten jedoch bei den klassischen "Seniorenreisen". Am stärksten würden von dieser Altersgruppe aber nach wie vor Kultur- und Besichtigungsreisen nachgefragt.
"Derzeit liegt in Österreich ein zu starker Fokus auf Regionen und nicht darauf, welche Angebote es dort gibt", warnt Pötzl. "Die Ressourcen werden oft falsch genutzt und nicht auf eine bestimmte Zielgruppe abgestimmt." Außerdem müsse die Entwicklung und Vermarktung von touristischen Angeboten von kommunaler Ebene auf ein regionsübergreifendes Destinationsmanagement übertragen werden, um den Tourismus nachhaltig anzukurbeln, fordern die Experten.
"Touristen sind - zumindest mittelfristig - bereit, für einen klar erkennbaren Mehrwert auch mehr zu zahlen", so Manfred Reichl. Der durchschnittliche Reisende gebe pro Jahr 615 Euro für den Urlaub aus, wobei der Anteil, der für die Anreise kalkuliert wird, stark abnimmt. 1993 wurden noch 40 Prozent des Reisebudgets für Anreise und Buchung ausgegeben, 2003 waren es nur noch 33 Prozent. Im selben Zeitraum stiegen die Ausgaben am Aufenthaltsort von 60 auf 67 Prozent.
"Die Billigflieger kommen diesem Trend auf Kosten von Bus- und Bahnreisen sehr entgegen", so Pötzl. Bestimmte Regionen, die vordergründig von Low Cost Carriern zu profitieren scheinen, müssten jedoch einen Ausweg aus dem "Förderungsdilemma" finden, appelliert Pötzl. Denn es sei nicht sicher, ob Billigflug-Passagiere auch tatsächlich in Kärnten bleiben oder nach Italien weiterreisen würden. Daher sei wie überall ein integriertes Konzept für die Zielregion notwendig, das sich an Kundenbedürfnissen orientiere, so der Projektleiter.
Sport und Rundreisen sind im Kommen
Verändert hätten sich auch die Reisemotive für viele urlaubshungrige Europäer, so die Studie: Zwar ist Baden und Erholen nach wie vor Hauptgrund für eine Auszeit, stagniert jedoch seit 1995 bei 60 Prozent - ganz im Gegensatz zu Sport- und Rundreisen, die mit 9,5 bzw. 5,9 Prozent Wachstum pro Jahr und deutlich mehr Wertschöpfung pro Kopf stark an Bedeutung gewinnen werden, so Kvarda.
Profitieren könne Österreich besonders vom Trend weg vom einmaligen Haupturlaub hin zu mehreren Kurzurlauben pro Jahr. Stark nachgefragt würden hier vor allem Aktiv-, Rundreise- und Städteangebote, immer weniger hingegen Bildungs- und Sprachreisen, so die Projektleiterin. Ebenso stagniere die Nachfrage nach kurzen Wellness-Aufenthalten oder Schiwochenenden auf niedrigem Niveau. (apa)
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