Apple macht Jagd auf Windows-User: Musik und Multimedia als Köder
- Neue Zubehör-Geräte auch mit Windows kompatibel
- Apple Österreich-Chefposten ist weiter vakant
Apple ist als PC-Hersteller immer noch ein Nischenplayer für Kreative. Gerade einmal drei Prozent Marktanteil kann der Konzern hier verbuchen. Mit den jüngsten Erfolgen vin iPod und Online-Musikverkauft setzt Apple vermehrt auf Unterhaltungselektronik, Multimedia und Musik. Damit sollen zunehmend klassische Windows-PC-User für Apple-Produkte gewonnen werden, erklärte Apple-Deutschland-Chef Frank Steinhoff.
So sei Apple mit seinem Online-Musikshop "iTunes" im Bereich der legalen Musik-Downloads mit einem Anteil von rund 70 Prozent klarer Marktführer. Rund die Hälfte der iTunes-Kunden seien dabei schon zu Beginn Windows-User gewesen, berichtet Steinhoff. Mit der jüngst vorgestellten Kooperation mit Motorola, soll die digitale Musik auch aufs Handy gebracht und damit weitere neue Kunden abseits der Apple-Community gewonnen werden.
Und auch bei multimedialem Zubehör öffnet sich Apple weiter der Windows-Welt. So lassen sich die jüngst vorgestellten Flachbildschirme mit ihrem eigenwilligen Design und einer Bildschirmdiagonale von bis zu 30 Zoll auch für Windows-PCs verwenden.
AirPort Express für Mac und Windows
Auch die jüngst vorgestellte drahtlose WLAN-Basisstation AirPort Express zur drahtlosen Vernetzung von PC, Peripheriegeräten und der hauseigenen Stereoanlage wurde sowohl für Mac- als auch für Windows-PCs entwickelt. Mit den neuen Angeboten für die Windows-Welt sollen dabei zusätzliche PC-User auf den Apple-Geschmack gebracht werden.
Nach den jüngst vorgestellten Quartalszahlen sieht der Apple-Deutschland-Chef die Computerschmiede dabei gut aufgestellt. Apple hatte seinen Gewinn im dritten Quartal wie berichtet auf 61 Mio. Dollar verdreifacht. Vor allem in Europa und hier in erster Linie Deutschland, Großbritannien und Österreich konnte Apple im letzten Quartal zulegen, so Steinhoff.
iPod bringt Gewinnsprung
Getragen wurde der Gewinnsprung von Apple dabei vor allem von "iPod". Für den Apple-Österreich-Chef ist der Boom der MP3-Player noch lange nicht zu Ende. Für 2005 wird ein Absatz von weltweit 5 Mio. Musikspielern auf Festplattenbasis erwartet, so Steinhoff. Die Kooperation mit Motorola und die Verwendung von Handys als MP3-Player sei damit der "logische nächste Schritt".
Offen ist noch, ob und wann der Online-Musikshop iTunes auch in Österreich an den Start geht. Nach den iTunes-Shops in Frankreich, Großbritannien und Deutschland soll im Herbst ein vierter Internet-Shop für andere europäische Länder eröffnet werden. Da jeweils separat mit den lokalen Rechteverwertungsgesellschaften verhandelt werden müsse, sei der genaue Starttermin in den einzelnen Ländern noch ungewiss. Man sei aber "sehr zuversichtlich, dass auch viele Länder drin sein werden", gibt man sich bei Apple hinsichtlich eines Österreich-Starts von iTunes vorsichtig.
Noch kein neuer Österreich-Chef
Weiter vakant ist die Stelle des Apple-Österreich-Chefs. Der ehemalige Apple-Österreich-Chef Maranitsch war im Juli wie berichtet überraschend zu Microsoft gewechselt. Ein Nachfolger soll hier schnell gefunden werden. Gerade in kleinen Ländern wie Österreich sei ein "local face" wichtig, erklärt Steinhoff. (apa/red)
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