Traumurlaub in Mauritius um 12,99: Web- site bietet Postkarten-Versandservice
- Alibi-Urlaub für alle, die ihn sich nicht leisten können
- Acht Ferndestinationen sind derzeit im Programm
·Immer beliebter: Urlaub auf Mauritius!
Weißer Sandstrand, türkises Meer & viel Sonne!
·Prominenz wohnt in der Kabine nebenan!
Jetzt neu: Kreuzfahrt mit prominenten Mitreisenden!
·Thailand: "Führer-Schein" für Elefanten
Kurioser Dreitageskurs für Touristen am Dickhäuter
Der Urlaub auf Mauritius oder in Los Angeles kostet 12,99
Euro, Hawaii ist mit 19,99 nur unwesentlich teurer. Hierbei handelt es sich
nicht um die neueste Dumping-Preis-Aktion einer Billig-Airline, sondern um
jenes Angebot, das die 37-jährige Deutsche Edith Gailus im Internet Reiselustigen macht, die sich eine solche Fernreise aber nicht leisten können. Oder die einfach die Verwandten beeindrucken wollen. Über MayDayCards.com kann man Original-Postkarten verschicken, die sogar im richtigen Land abgestempelt werden - ohne, dass man je dort gewesensein muss.
Derzeit hat MDC acht Locations im Programm: Neuseeland, Los Angeles, San
Francisco, Kapstadt, Mauritius, Hongkong, Hawaii und alle bekannteren
Südsee-Inseln. Piloten, Flugbegleiter, Freunde und Verwandte bzw. Herr und
Frau Gailus selbst - insgesamt rund 20 Personen - nehmen die zuvor an der
jeweiligen Urlaubs-Destination gekauften Postkarten mit, lassen sie an Ort
und Stelle abstempeln und verschicken sie an die Zielperson. Rund 1.500
Karten pro Monat werden online bestellt. Der Käufer erhält das Original,
schreibt seinen eigenen Text drauf und schickt retour an MDC. Der Versand
erfolgt binnen drei Wochen.
Weihnachten geht's ab auf Christmas Island
"Einerseits habe ich als Geographin eine Marktlücke gesucht, andererseits
hab' ich selbst im Urlaub nie gern Postkarten geschrieben. Wieder zu Hause
hätte ich aber gern welche verschickt", sagte die MDC-Erfinderin, die in
Mannheim lebt. Seit Anfang 2004 ist das "Alibi-Post-Office" in Vollbetrieb.
Die Destinationen variieren je nach Wetterlage, Jahreszeit, politischer
Situation und Anlass. So flog Bali nach den Anschlägen im vergangenen
Oktober aus dem Programm. Zu Weihnachten gibt's ein Special mit Karten von
Christmas Island, zu Ostern kann man seinen Lieben einen Urlaub auf den
Osterinseln (Rapa Nui) vorgaukeln und zum Valentinstag können Verliebte
"Urlaubsgrüße" aus Paris schicken. Demnächst werde man auch nach Dubai
"reisen" können, eine weitere Wunsch-Destination der Internet-User sei New
Orleans.
Dauerbrenner Hongkong
Zuletzt war aber Hongkong der "Dauerbrenner", sagte Gailus - und zwar für
Geschäftsleute. "Viele tun so, als wären sie aufgestiegen und hätten einen
Job in Hongkong bekommen und schreiben das ihren Geschäftspartnern", weiß
die 37-Jährige. Ansonsten gehe der Trend eher in Richtung "Veräppeln der
Verwandtschaft oder der Ex-Freundin beziehungsweise des Ex-Freundes". Die
meisten Klienten kommen aus Deutschland, aber auch Schweizer und
Österreicher sowie Franzosen würden immer mehr zu ihrem virtuellen
Urlaubsgruß greifen.
Idee soll in den Einzelhandel
Künftig möchte Gailus aber vom System des "Herumfliegens" wegkommen: "Der
Aufwand ist einfach zu groß." Derzeit läuft eine Testphase mit im Ausland
lebenden Familien aus Deutschland, die in einem Kuvert die
Original-Postkarte erhalten und diese dann nur noch ins Postkast'l werfen
brauchen. Außerdem will Gailus mit ihrer Idee in den Einzelhandel, damit man
künftig völlig anonym getürkte Urlaubsgrüße verschicken kann: Dieses
Einzelhandels-"Paket" soll die Karte vom gewählten Urlaubs-Domizil und ein
Kuvert mit der Adresse jener Person umfassen, die fürs Absenden zuständig
ist. Derzeit gibt es das Angebot nur über die Website: "Das ist auf Dauer
nicht bewältigbar."
Expansion in die USA
Demnächst soll die Idee auch in den USA und Japan umgesetzt werden. Für
Amerikaner gäbe es dann etwa ein ganzes Postkarten-Package, um so zu tun,
als habe man in Deutschland von Neuschwanstein bis Brandenburger Tor alles
gesehen. Gailus selbst fährt übrigens am liebsten nach Österreich auf
Urlaub: "Auf eine Berghütte in Wattens in Tirol." Postkarten schreibt sie
von dort keine. (apa/red)
Info-Link:
MayDayCards-Site
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