Für immer leben wie im Urlaub
- Experten zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Urlaubsglück in den grauen Alltag retten können.

Nichts verblasst bei den Österreichern schneller als die Erinnerung an den glücklichen Urlaub. Da helfen auch die verschiedensten Tricks nur bedingt. Ö3-Weckermann Robert Kratky spielt sich etwa ein Digitalfoto seines letzten Urlaubs auf sein Fotohandy. Kratky: Wenn das Handy wieder einmal stressig läutet, sehe ich dann wenigstens ein schönes Bild aus einer schönen Zeit und der Stress ist dann gleich nicht mehr ganz so schlimm.
Auf Unglück programmiert. Doch da das Glück bekanntlich ein Vogerl ist, verflüchtigt sich gerade das positive Urlaubsfeeling bei den meisten rasant. Was bleibt, sind bestenfalls Erinnerungen und die werden von Stress und Ärger im Alltag schnell überlagert. Der Grund wurde sogar wissenschaftlich erforscht. Glücklichsein steht nicht im genetischen Bauplan des Menschen, Stress und Ärger aber schon. Glückstrainerin Heide-Marie Smolka: Unser Gehirn ist nach wie vor auf die Bedürfnisse des Urmenschen programmiert. Und damals benötigte man die negativen Erfahrungen zum Überleben. Glück war für die Höhlenmenschen kein Faktor, wichtig war rein das Überleben. Pech nur, dass uns das Wissen über die todbringende Gefahr eines Säbelzahntigers im heutigen Büroalltag und zuhause nicht viel weiterhilft. Daher dominieren gerade nach einem glücklichen Urlaub sehr schnell Ärger und Frust. Denn nicht jeder ist beim Erhalt seines Urlaubsfeelings gleich erfolgreich.
Glück ist lernbar. Was die Evolution in den letzten 20.000 Jahren nicht geschafft hat, lässt sich aber mit einigem Training erreichen unser Unterbewusstsein kann von Frust und Ärger auf Glück umprogrammiert werden. Smolka: Feldstudien haben gezeigt, dass bei Testpersonen, die gerade ein Glückserlebnis durchleben, immer das gleiche Areal des Gehirns besonders aktiv ist. Je mehr Glücksmomente die Rezipienten durchlebten, desto verzweigter wurden die neuronalen Verbindungen. Dummerweise gilt das für Ärger und Frustration ebenso. Und diese Seite des Gehirns wird bei den meisten Menschen wesentlich intensiver trainiert als das zerebrale Glücksareal. Smolka: Je öfter das Glückszentrum aktiviert wird, desto besser arbeitet es und desto intensiver erlebten die Rezipienten den Glücksmoment. Zwar wird das Gehirn gerade im Urlaub positiv stimuliert, doch verlernen wir das Glücklichsein meist wieder im Alltag.
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