Die Liste der faulsten Politiker
- Grüner Werner Kogler zum dritten Mal die Nr.1.
- Steirischer VP-Topwinzer J. Zweytick (VP) Letzter.

NEWS-Ranking: Die neue Rangliste der Vielredner und Schweiger im Parlament. Und: Warum Sieger Kogler die ÖVP heftig attackiert.
Aller guten Dinge sind drei. Dass Werner Kogler im traditionellen NEWS-Ranking der faulsten und fleißigsten Parlamentarier zum dritten Mal in Folge die Spitzenposition erobert hat, ist dem 42-jährigen Grünen dann doch ein wenig peinlich. Das schaut schon ziemlich streberisch aus, so die erste Reaktion des umtriebigen Steirers. Augenzwinkernder Nachsatz: Nächstes Jahr muss ich schauen, dass wer anderer vorne ist
Zum dritten Mal voran. Natürlich kann die Anzahl der Reden nicht als alleiniger Gradmesser für den Arbeitseinsatz eines Abgeordneten herangezogen werden. Aber Tatsache bleibt, dass die Parlamentsdebatte die Tribüne der Politiker bildet. Meine Erfahrung ist, sagt Werner Kogler, dass diejenigen, die in den Ausschüssen stark präsent sind, auch im Plenum mehr zu sagen haben. Die Rednerliste spiegle somit gut wider, wer in wie vielen zentralen Ausschüssen wichtige Verhandlungen führt. So sitzt Kogler, der sich im abgelaufenen Parlamentsjahr (12. August 2003 bis 9. Juli 2004) gezählte 56-mal zu Wort meldete, in nicht weniger als sieben parlamentarischen Arbeitsgremien und hat sich vor allem als Vorsitzender des Rechnungshofausschusses einen Namen gemacht.
Kontrollnotstand. Und als solcher übt der hartnäckige Hartberger, der bei aufklärungsbedürftigen Causen wie Eurofighter-Kauf und Grasser-Homepage nicht lockerlässt, auch harsche Kritik an der Regierungskoalition: ÖVP und FPÖ haben einen völligen Kontrollnotstand im Parlament zu verantworten. Sie decken immer mehr kritische Dinge zu, indem sie etwa die Ladung von Zeugen in den RH-Ausschuss verhindern. Die Wurzel des Übels ortet Kogler an der VP-Spitze: Kanzler Schüssel gibt die Linie vor, Parlamentspräsident Khol exekutiert den Regierungswillen, und Klubchef Wilhelm Molterer ministriert. Eine unheilige Allianz der scheinheiligen drei Könige, wie es Kogler pointiert formuliert, die dem Parlamentarismus schade. Angesichts des dominanten Verhaltens der ÖVP-Granden kann ich das Gerede vom schwarz-grünen Charme nicht mehr ertragen, ätzt Kogler.
Grün-blaue Dominanz. Zumindest die Dominanz im NEWS-Ranking, das den rhetorischen Fleiß der Abgeordneten dokumentiert, geht unverändert von den Grünen aus wie stets seit der schwarz-blauen Wende. Wenn auch nicht mehr in jenem Ausmaß wie in den Vorjahren, als die Vertreter der Ökopartei sogar einmal geschlossen die ersten sechs Plätze belegten (2002). Diesmal bilden in trauter Abwechslung grüne und blaue Mandatare das erste Dutzend. Klar: Die Mandatare der beiden kleineren Fraktionen müssen öfter ans Rednerpult als jene der beiden Großparteien.
Das komplette Ranking finden Sie im neuen NEWS
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