"profil": Neue Vorwürfe gegen Billa wegen rauer Umgangsformen der Einkaufsmanager
- Internes Dokument belegt massiven Druck auf Lieferanten bei Preisverhandlungen
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, werden in Verhandlungen mit Lieferanten von den Billa-Einkaufsmanagern durchaus raue Umgangsformen verlangt. Brüskierung und Bloßstellung sowie massives Unterdrucksetzen der Geschäftspartner haben bei der Lebensmittelkette Methode.
"profil" zitiert aus einem internen Leitfaden der Lebensmittelkette für das Jahr 2004, in dem Anweisungen für die Führung von Preisverhandlungen gegeben werden. Darin heißt es etwa: "Grundsätzlich sind alle Lieferanten, die nicht pünktlich zu Gespräch erscheinen, sofort wieder nach Hause zu schicken." In den Verhandlungen selbst herrsche ein ruppiger Ton, meldet das Nachrichtenmagazin: Laut einem ehemaligen Billa-Einkaufsmanager werde mit den Lieferanten sogar geschrien. Die entsprechende Anweisung im Leitfaden lautet: "Es ist nicht verboten, mit dem Lieferanten sehr laut zu sprechen oder diesen vor der gesamten Mannschaft auch hart zu attackieren."
Der ehemalige Billa-Manager berichtet auch von einem Schild im Besprechungsraum, das die Lieferanten auf eine maximale Besprechungszeit von 15 Minuten hinweise - andernfalls seien zusätzliche Preisnachlässe zu gewähren. Gegenüber "profil" bestätigte Rewe-Chef Veit Schalle zwar diese Vorgangsweise, das Schild sei aber bereits entfernt worden.
In dem Leitfaden werden auch "Sanktionen" angeführt, die gegen Lieferanten verhängt werden, die festgelegte Umsatzziele nicht erfüllen: Werden weniger als 84 Prozent des vereinbarten Zieles erreicht, gilt die Geschäftsbeziehung mit dem Lieferanten als beendet. Dasselbe gilt für geforderte Preiserhöhungen: "Lieferanten, die auf eine Preiserhöhung bestehen, werden sofort im ersten Gespräch nach Hause geschickt!!", heißt es im Leitfaden.
Anfang Juni hatte der Leberkäse-Erzeuger Neuburger Preiserhöhungen gefordert und war daraufhin aus den Billa-Regalen verbannt worden. Seitdem ermittelt die Bundeswettbewerbsbehörde gegen Billa wegen des Verdachts des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung.
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