Freitag, 30. Juli 2004

Die Ölpreise erklimmen Rekordhöhen: Ein Barrel kostete in New York 43,80 Dollar!

  • Auch in London stieg Marke auf 40,03 Dollar

Die Ölpreise sind zum Wochenschluss auf neue Rekordhöhen geklettert. An der New Yorker Warenterminbörse Nymex verteuerte sich Rohöl zur Lieferung September am Freitag auf 43,80 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit stieg der Preis im Laufe dieser Woche um mehr als 2 Dollar. Händler begründeten den Anstieg mit der anhaltenden Ungewissheit über die Zukunft des größten russischen Ölexporteurs Yukos.

Auch in London schossen die Ölpreise in die Höhe. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg über die Marke von 40 Dollar und lag zuletzt bei 40,03 Dollar.

Aufgrund der extrem gestiegenen Ölpreise befürchtet die internationale Luftfahrtindustrie einen Kostenschub von rund zehn Milliarden Dollar. Dies sagte der Generaldirektor des Verbands der internationalen Fluggesellschaften (IATA), Giovanni Bisignani, dem "Handelsblatt".

Trotz eines Booms auf den internationalen Routen sei in diesem Jahr ein Abrutschen in die roten Zahlen für die Industrie kaum noch aufzuhalten, klagte Bisignani. "Der hohe Ölpreis ist eines der großen Risiken für die Weltwirtschaft", warnte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter. Der Ölpreis liege nun schon seit zwei Jahren auf einem Niveau, "dass durch Fundamentaldaten nicht gerechtfertigt werden kann", sagte er der "Berliner Zeitung".

Der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), Purnomo Yusgiantoro, zeigt sich über den Yukos-Fall besorgt. Yukos trägt mit rund 1,6 Millionen Barrel allein etwa zwei Prozent zur weltweiten Erdölproduktion bei. Die Sorge über die Zukunft von Yukos "hat bereits einen psychologischen Effekt auf den Markt, und die OPEC ist extrem besorgt, weil sie Angebot und Nachfrage beeinflusst", warnte der OPEC-Chef. (apa)

30.7.2004 22:52