Freitag, 30. Juli 2004

Keine Einigung: AUA-Kollektivvertrags-Verhandlungen erneut gescheitert!

  • AUA: "Das Papier wirft mehr Fragen auf, als es Antworten geben könnte". Betriebsrat: "Katastrophe"

Der Abschluss eines neuen Kollektivvertrages (KV) für die fliegenden Mitarbeiter der AUA und deren Tochter Lauda Air sind am Freitag erneut gescheitert. Der von der Gewerkschaft Handel, Transport und Verkehr (HTV) und den Betriebsräten vorgelegte KV-Entwurf wurde von der AUA-Unternehmensleitung mit der Begründung, das Papier werfe mehr Fragen auf, als es Antworten geben könne, nicht akzeptiert.

Für den AUA-Bordbetriebsrat kam die Ablehnung überraschend. "Das ist eine Katastrophe, der Vorstand ruiniert das Unternehmen", sagte AUA-Bordbetriebsrats-Vize Karl Minhard zur APA. Der Betriebsrat werde am Montag bei der nächsten routinemäßigen Sitzung den Fall fachlich untersuchen und über mögliche Maßnahmen beraten, kündigte Minhard an.

Die AUA-Unternehmensleitung zeigt sich gesprächsbereit. "Weitere Gespräche können und sollen aus Unternehmenssicht auf Basis der bisher gemeinsam erzielten Verhandlungsergebnisse geführt werden", so AUA-Sprecher Johannes Davoras. Laut Einschätzung der Unternehmensleitung und des Verhandlungsteams widerspreche das von der Gewerkschaft und den Betriebsräten vorgelegte Papier dem mit und zwischen den Sozialpartnern bereits vor geraumer Zeit erzielten Grundkonsens. Dem widerspricht der Betriebsrats-Vize. "Wir haben alles genau 1:1 umgesetzt", sagte Minhard. Weitere Verhandlungen seien nicht notwendig.

Die KV-Verhandlungen haben bereits länger als erwartet angedauert. Der ursprüngliche Termin für einen Abschluss Anfang Juli ist bereits verschoben worden. Beide Seiten waren zuletzt sehr bemüht, die Sache nicht wieder eskalieren zu lassen, nachdem 2003 die Piloten und Flugbegleiter mehrmals gestreikt hatten. (apa)

30.7.2004 17:31