Freitag, 30. Juli 2004

EU-Sondertreffen zur Welthandelsrunde: Verhandlungen werden jetzt ernst

  • Fallen Agrar-Exportsubventionen in reichen Ländern?
  • Scheitern würde längeren Stillstand nach sich ziehen

Die Wirtschaftsminister der EU sind am Freitag in Genf zu einem Sondertreffen über die weitere Liberalisierung des Welthandels zusammengekommen. Ihnen liegt der Entwurf für ein Rahmenabkommen der Welthandelsorganisation (WTO) vor, das die Eckpunkte für weitere Verhandlungen über einen freieren Austausch von Waren und Dienstleistungen festlegen soll.

Damit sind die Genfer WTO-Verhandlungen über das Zwischenabkommen am Freitag in ihre entscheidende Phase getreten. Die 147 WTO- Mitglieder wollten ursprünglich bis Mitternacht eine Entscheidung treffen. Eine Fristverlängerung bis zu diesem Sonntag wurde jedoch nicht ausgeschlossen, um eine Einigung zu erreichen. Ein weiterer Fehlschlag nach der im vorigen Herbst in Cancún (Mexiko) gescheiterten WTO-Ministerkonferenz würde alle Bemühungen um die Beseitigung von Handelshemmnissen für lange Zeit blockieren, hieß es.

Beim umstrittenen Kapitel Landwirtschaft ist unter den fünf großen Agrarexporteuren USA, EU, Brasilien, Indien und Australien bereits eine vorläufige Einigung erzielt worden. WTO-Generaldirektor Supachai Panitchpakdi begrüßte dies als "wichtigen Beitrag zur Fortsetzung der Verhandlungen".

In dem 20 Seiten umfassenden Papier wird laut Reuters die Beseitigung der Agrarexport-Subventionen in den reichen Ländern, wie den USA und der EU, gefordert. Zudem werden Grundsätze formuliert, nach denen der weltweite Handel mit Agrarprodukten künftig organisiert werden sollte. Darüber hinaus enthält er Grundlinien für einen weltweiten Abbau von Handelshürden bei Industriegütern und Dienstleistungen. Ähnliches formulierten die Vermittler für die angestrebten konkreten Verhandlungen über gemeinsame Grundsätze zur Reduzierung der Zollbarrieren.

(apa)

30.7.2004 11:34