Donnerstag, 29. Juli 2004

Schlagabtausch: Postbus-Betriebsrat wirft ÖBB-Schmidt "verbalen Amoklauf" vor!

  • Wurm: "Geht mich sehr wohl etwas an, mit welchen Steuerparadiesen Geschäfte gemacht werden"

Zwischen ÖBB-Absatzvorstand Ferdinand Schmidt und dem Betriebsrat des mittlerweile im ÖBB-Besitz befindlichen Postbusses, Robert Wurm, ist ein heftiger Streit ausgebrochen. Entzündet hatte sich die Auseinandersetzung durch einen Vorwurf von Wurm, wonach beim Crossboarder Leasing von Postbussen nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Schmidt konterte darauf: Wo die Leasingfirma ihren Sitz habe, gehe den Betriebsrat "einen Dreck an", Wurms Aussagen seien "fachlicher Schwachsinn".

Wurm betonte am Donnerstag in einer Pressemitteilung, dass er sich wegen der Vorgänge rund um die Umwandlung der Postbus AG in eine Ges.m.b.H "eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft abzugeben sowie Verfassungsgerichtshof und Rechnungshof einzuschalten." Zu dem Sager, Wurm gehe der Leasingfirmensitz "einen Dreck an", meinte dieser: "Erstens geht es mich als gewählten Vertreter der Postbus-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sehr wohl etwas an, mit welchen Steuerparadiesen hier Geschäfte gemacht werden, und zweitens ist die Ausdrucksweise des Herrn Schmidt eines Vorstands mehr als unwürdig. Man kann hier nur mehr von einem verbalen Amoklauf sprechen."

Wurm spielt in diesem Zusammenhang auf die zwangsweise Frühpensionierung des ÖBB-Personalchef Wolfgang Moldaschl (47) an, dem SP-Nähe zugesagt wird. "Das Wort verbieten hat bei Moldaschl vielleicht funktioniert, ich als Betriebsrat lasse mir das aber sicher nicht bieten", gibt er sich kämpferisch. (apa)

29.7.2004 17:05