Donnerstag, 29. Juli 2004

ÖBB-Attacke gegen Postbus: "Sitz der Leasingfirma geht Wurm einen Dreck an"

  • Schmidt spricht von "Hirngespinst" des Betriebsrates
  • "Genesis Trust Company Ltd." befindet sich auf Cayman

Die ÖBB, Besitzer des Postbus, wehrt sich gegen Vorwürfe von Postbus-Betriebsrat Robert Wurm, wonach beim Crossboarder Leasing von Postbussen nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Dass die mit der Abwicklung des Leasings beauftragte Firma "Genesis Trust Company Ltd." ihren Sitz auf der Karibikinsel Cayman habe, gehe Wurm "einen Dreck an", erklärte ÖBB-Absatzchef Ferdinand Schmidt am Donnerstag.

"In der westlichen Wirtschaft funktioniert das aus Steuergründen so", betonte der ÖBB-Vorstand. Schmidt bezeichtete die Vorwürfe Wurms als "fachlichen Schwachsinn" und "Hirngespinst".

Falsch sei, dass zu den 40 Millionen Euro-schweren Leasingvertrag noch Kosten von 20 Millionen Dollar dazu kommen, wie von Wurm behauptet. Diese 20 Millionen seien Teil der 40 Millionen und würden völlig unabhängig von der geplanten Teilprivatisierung des Postbusses anfallen. "Diese gezielten Fehlinformationen sind nicht mehr lustig", so Schmidt. Nicht richtig sei auch, dass die Umwandlung des Postbus von einer Aktiengesellschaft in eine GmbH nationales und internationales Recht verletzen würde. Dies würden zwei Uni-Gutachten belegen, betonte der ÖBB-Vorstand. Wurm hatte angekündigt, gegen diese Umwandlung beim Verfassungsgerichtshof Beschwerde einzulegen.

Bei der Fusion mit dem ÖBB-Bahnbus soll der Postbus gespalten werden. Die jetzige Postbus AG bleibt nach letztem Stand aus rechtlichen Gründen als "Personalamt" bestehen, von den Assets bleiben nur die Immobilien in der AG. Das operative Geschäft, also das Personal selbst und die Busse, sollen hingegen in die ÖBB-Postbus GmbH ausgelagert werden, in die die ÖBB in weiterer Folge auch den Bahnbus integrieren wollen. Nach Vorstellungen der ÖBB soll die Fusion bis September abgeschlossen sein. (apa)

29.7.2004 14:22