Freitag, 30. Juli 2004

Olympia: Österreich gleich am ersten Tag mit Chancen auf Edelmetall

  • Haselsberger unter Favoriten im Luftgewehr-Wettkampf
  • Schnuller soll Athletin in Athen Glück bringen

Am ersten offiziellen Wettkampftag der Olympischen Spiele (14. August) greift Monika Haselsberger nach einer Medaille - die Tiroler Schützin aus Scheffau bei Wörgl nimmt mit ihrem Luftdruckgewehr in Athen Edelmetall ins Visier. Und das, obwohl die Olympia-Neunte von Sydney gar nicht mehr mit ihrer zweiten Olympia-Teilnahme gerechnet hatte.

Athen scheint ein gutes Pflaster für die 27-Jährige zu sein. Vor rund drei Monaten bestritt Haselsberger in der griechischen Metropole die zum Weltcup zählenden vorolympischen Wettkämpfe und egalisierte dort mit 400 Punkten den Weltrekord. Ein Erfolg mit Folgen, wie die Tirolerin weiß: "Im Vorfeld sagten mir die Funktionäre des internationalen Verbandes, dass ich keine Qualifikations-Chance mehr hätte. Nach dem Weltrekord war klar, dass ich eine Wild-Card bekomme."

Haselsberger einzige Mutter im Österreichischen Aufgebot
Nun ist Haselsberger, die mit Fußball-Bundesliga-Referee Thomas Einwaller liiert ist, die einzige Mutter im österreichischen Aufgebot. Während ihres Olympia-Trips wird Sohn Dominic, 17 Monate alt, von der Oma betreut. In Athen dabei sein wird nur der erste Schnuller des Sohnemanns, den Haselsberger seit der Geburt ihres Kindes immer als Maskottchen an der Wettkampfjacke hängen hat.

Erst sechs Frauen haben bisher den Weltrekord von 400 Punkten geschafft, dementsprechend viel wert ist dieser Rekord für die Österreicherin. "Ich bin stolz, dass ich in diesen erlesenen Kreis aufgenommen wurde", so Haselsberger, die sich aber dennoch nicht als Olympiafavoritin sieht. "Erwartungen darf ich keine haben. Es gibt rund 25 Damen, die den Einzug ins Finale der besten Acht schaffen können. Ich sage immer: jede hat 40 Möglichkeiten, zu gewinnen." Jede der 60 Athletinnen muss innerhalb von 75 Minuten 40 Schuss abgeben.

Verlust von drei Kilo während eines Wettkampfes
Um aus zehn Metern Entfernung ohne optische Hilfe den nur 0,5 Millimeter großen Punkt, der als Zehner gilt, zu treffen, bedarf es ungeheurer Konzentration. "Ich muss mich extrem unter Kontrolle haben, der Pulsschlag sollte während des gesamten Wettkampfs exakt gleich sein", beschreibt Haselsberger, die laut eigenen Angaben während eines Wettkampfs rund drei Kilogramm verliert. Die Luftgewehrschützin wird am 11. August nach Athen reisen und am 14. August zu ihrem Wettkampf antreten. "Mittags wird dann alles vorbei sein, hoffentlich nach einem guten Wettkampf von mir."
(apa/red)

30.7.2004 10:34