Ganz locker: Florett-Fechter Schlosser holte sich gutes Händchen beim Billard
- Vorarlberger ohne Druck bei ersten Spielen
- "Eine Runde weiter ist drinnen"
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Florett-Spezialist Roland Schlosser hat erst sehr spät die Möglichkeit gehabt, die Fechthalle im Hellinikon-Komplex in Athen zu sehen, in der er am Montag um 10:30 Uhr (MESZ) sein erstes Gefecht gegen den Franzosen Loic Attelly austragen wird. Der Vorarlberger, der derzeit in Salzburg lebt, hat sich die "Auslosung angeschaut, dazu aber keine Meinung. Aber eine Runde weiter ist drinnen", lässt der Olympia-Debütant Gefecht für Gefecht auf sich zukommen. Beim Billardspielern mit seinem Trainer Artur Wojtyczka hat er sich ein gutes Händchen geholt.
Bei der Waffenkontrolle musste Schlosser persönlich erscheinen, u.a. wurde auch die Größe der Elektrowesten genau überprüft. Er hatte dabei auch die erste Möglichkeit, die Halle zu sehen, in der vor den Wettkämpfen nicht trainiert wurde. Für ihn ist das kein Problem: "Ich war heuer in fast 20 Fechthallen, die ich zuvor nicht gesehen habe. Sie wird ganz ordentlich sein", ist sich Schlosser sicher.
Im Olympischen Dorf fühlt sich das Duo wohl. Wojtycka: "Es hängt davon ab, was man will. Es ist bescheiden wie unsere ganze Sportart". Die Einrichtungen werden nach Möglichkeit und Zeit genützt. "Heute haben wir die Kugel rollen lassen, Billard zur Entspannung. Damit bekommt man ein gutes Gefühl fürs Händchen", berichtete der Trainer am Freitagabend und wurde von seinem Schützling sogleich lautstark zur Revanche aufgefordert.
Topfavorit auf Olympia-Gold im 36-er-Feld (64-er-Raster, erste Runde Freilos für Schlosser) ist der Italiener Andrea Cassara. "Aber es sind 15 wirklich Starke dabei, da kann jeder jeden besiegen. Ich freue mich auf spannende Gefechte", sagt Wojtyczka ein attraktives Turnier voraus. Cassara trifft in seiner Hälfte auf zumindest zwei ganz starke Konkurrenten, potenzieller Achtelfinalgegner ist der Deutsche Andre Wessels.
Was Schlosser kann, hat er bewiesen, als er bei der entscheidenden Olympia-Zonenausscheidung Mitte April in Gent das Ticket für Athen löste. Was noch fehlt, ist die Stabilität. Aber Schlosser steht noch am Anfang seiner Karriere, wird der HSZ-Soldat und Informatik-Student doch am 23. August erst 22 Jahre. Fechten kann allerdings oft auch ein Glücksspiel sein, und der als Nummer 13 gesetzte Schlosser steht bei seinem Olympiadebüt unter keinerlei Druck. (apa/red)
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