Freitag, 30. Juli 2004

Dritte Bundesliga-Runde: GAK, Sturm und Mattersburg können über Siege jubeln!

  • 0:0-Unentschieden im Westderby Salzburg gegen Tirol
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Drei Siege und eine Nullnummer brachten die Samstag-Spiele der dritten Bundesliga-Runde. Einen überzeugenden und überraschend klaren Erfolg feierte Mattersburg gegen Superfund Pasching: Die Burgenländer gewannen durch Treffer von Rene Wagner und Zoltan Fülöp sowie einem Eigentor von Michael Baur mit 3:0. Auch die Grazer Klubs dürfen jubeln: Der GAK siegte in Bregenz mit 3:1, Sturm schlug daheim die Admira mit 1:0. Das emotionsgeladene, spielerisch aber enttäuschende West-Derby zwischen Salzburg und Wacker Tirol endete mit einem 0:0-Remis.

Zwei eindrucksvolle Serien des FC Superfund Pasching sind zu Ende gegangen. Die Oberösterreicher verloren gegen SV Mattersburg verdient 0:3 (0:1) und bezogen damit ihre erste Meisterschaftsniederlage in der Fremde nach 14 Spielen. Zuletzt hatten sie am 20. September auswärts 2:4 verloren - auch damals hieß der Gegner SV Mattersburg. Außerdem war es nach 20 Spielen die erste Liganiederlage für Pasching. Am 22. November hatte Austria Wien bei den Oberösterreichern 4:2 gewonnen.

Die Mattersburger begannen vor 10.500 Zuschauern sehr engagiert und dominierten das Spiel. Erst nach einer halben Stunde hatten die Gäste aus Oberösterreich ihre erste dicke Chance, doch der Volleyschuss von Flögel aus rund 20 Metern landete an der Stange (31.). Danach kamen die Paschinger zwar etwas besser ins Spiel, doch knapp vor dem Pausenpfiff schlug es trotzdem im Gehäuse von Schicklgruber ein: Nach einem Doppelpass mit Kühbauer traf Neuzugang Rene Wagner per Außenrist zum 1:0 (44.). Es war das erste Meisterschaftstor des Ex-Rapidlers für die Burgenländer.

Zehn Minuten nach dem Wechsel fiel die Vorentscheidung zu Gunsten der Gastgeber. Zuerst musste Kafkas nach dem zweiten schweren Foul mit Gelb-Rot vorzeitig in die Kabine (55.), und nicht einmal eine Minute später musste Schicklgruber erneut den Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Kühbauer-Freistoß und einem harmlosen Fülöp-Kopfball sorgte ausgerechnet Routinier Michi Baur mit einem Eigentor für das 2:0. Eigentlich wollte der Tiroler die Situation klären und den Ball per Brust zu seinem Schlussmann leiten, doch Schicklgruber war bereits auf dem Weg ins lange Eck und deshalb landete das Leder im Tor (56.).

Für die endgültige Entscheidung sorgte der ungarische Legionär Fülöp, der in der 70. Minute eine tolle Einzelleistung mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze zum 3:0 abschloss. Die einzig nennenswerte Chance der Paschinger in Hälfte zwei vergab Torjäger Edi Glieder, der alleine vor Böcskör auftauchte, doch am Mattersburg-Tormann scheiterte (62.).

GAK gewinnt in Bregenz 3:1
Meister-Trainer Walter Schachner durfte sich erstmals in seiner Amtszeit beim GAK über einen Auswärtssieg bei SW Bregenz freuen: Die Steirer bezwangen die Hausherren vor 3.700 Zuschauern im Casino-Stadion mit 3:1 (2:1) und fügten den Vorarlbergern damit die dritte Niederlage im dritten Spiel zu. Für den Champion, der von einem "Spion" des Champions-League-Qualigegners FC Liverpool beobachtet wurde, war es nach der Auftaktschlappe in Tirol der zweite Sieg en suite.

Die Bregenzer begannen bemüht, man merkte, dass die Hausherren die beiden Schlappen gegen Rapid (1:5) und Admira (0:3) vergessen machen wollten. Der Meister spielte eher abwartend, wirkte aber besser organisiert, homogener und eingespielter. Kein Wunder auch deshalb, weil die Vorarlberger gleich mit sieben Neuen in ihren Reihen begannen. Aus der ersten gefährlichen Situation wurde dann auch gleich der Führungstreffer für die Steirer: Bregenz-Goalie Tolja ließ einen Kollmann-Schuss ungünstig nach vorne abklatschen und Alen Skoro erzielte durch die Beine von Grabic das 1:0.

Der Ausgleich in der 24. Minute kam nach schöner Vorarbeit von Nzuzi durch Schepens, doch nur elf Minuten später stellte der Champion die alte Hackordnung wieder her. Roland Kollmann, der Schützenkönig der abgelaufenen Saison, zog aus etwa 28 Metern ab, wobei Goalie Tolja da gar nicht gut aussah.

Nach Seitenwechsel änderte sich nicht viel am Bild: Die Bregenzer agierten mit viel Aufwand, brachten aber wesentlich weniger zu Stande als der GAK, der nur das Nötigste tat. Mit einem Gewaltschuss von Skoro (49.) deuteten die Gäste neuerlich ihre Gefährlichkeit an, in der 70. konnte Goalie Tolja den allein auf ihn zustürmenden Kollmann nur im Stile eines Verteidigers stoppen. Die größte Chance der Bregenzer nach der Pause vereitelte Goalie Schranz in der 54. Minute mit einer Glanzparade nach einem Schepens-Freistoß aus 22 Metern. Der GAK, der ohne Aufhauser (verletzte sich beim Aufwärmen am Oberschenkel) eingelaufen war, stellte in der 84. Minute noch auf 3:1: Sick verwertete einen Kollmann-Freistoß von rechts per Kopf zum Endstand.

Nullnummer im West-Derby
Das erste West-Derby seit rund zweieinhalb Jahren hat zwischen SV Salzburg und FC Wacker Tirol mit einer völlig enttäuschenden Nullnummer geendet. 11.100 Zuschauer sahen in Wals-Siezenheim fußballerische Magerkost, lediglich punkto Härte und Emotion (Foulstatistik: 18:27) hatte der Schlager etwas zu bieten. Den Matchball vergaben die Gäste, die zu keinem einzigen Eckball kamen, in der 85. Minute bei einem Stangenschuss von Koejoe.

Rein sportlich war das erste West-Derby in der Bundesliga seit 30. März 2002 (1:1 in Salzburg) mit Spannung erwartet worden, die Partie blieb jedoch meilenweit hinter den Erwartungen zurück. Die beiden Teams boten Fußball zum Abgewöhnen, Kampf und Krampf hatten das Sagen. Salzburg war zwar tonangebend, probierte es jedoch zu oft durch die Mitte. Die Gäste vertrauten auf ihre bewährten Stärken Laufbereitschaft und Kampfkraft, machten im Mittelfeld die Räume eng und störten den Salzburger Spielaufbau mit jeder Menge Fouls.

Nach einer schwachen ersten Hälfte hatte das Publikum die Hoffnung "Es kann nur besser werden", in den zweiten 45 Minuten flachte das Niveau aber noch einmal ab. Die Nullnummer nach katastrophalen 90 Minuten war die logische Folge. Die besten Chancen: Auf Seiten der Salzburger verfehlte ein Flachschuss von Winklhofer nur knapp das Ziel (33.), Tirol-Keeper Pavlovic zeichnete sich bei einem Schoppitsch-Freistoß (80.) aus und Richarlyson schoss über das Tor (81.) aus - die Tiroler scheiterten durch Hörtnagl (56.) und Brzeczek (66.) an Goalie Arzberger, Koejoe traf nach einem schweren Abwehrschnitzer aus 13 Metern die linke Stange (85.).

Sturm gegen Admira mit 1:0-Sieg
Sturm Graz hat in der dritten Runde problemlos den zweiten Saisonsieg eingefahren. Die Grazer gewannen nach dem 3:1 in der Startrunde gegen Mattersburg auch das zweite Heimspiel, der 1:0-Erfolg gegen die schwache weil ersatzgeschwächte Admira war hochverdient, aber keine Offenbarung. Selbst "Goldtorschütze" Ronny Brunmayr, der schon in der 9. Minute das einzige Tor erzielt hatte, blieb insgesamt eher als "Vernebler vom Dienst" in Erinnerung. Von zwölf Brunmayr-Torschüssen landete nur einer ins Netz.

Sturm spielte von Beginn an gefällig, versuchte den Ball laufen zu lassen und sich nach vorne zu orientieren. Heraus kam eine drückende Überlegenheit und dicke Chancen schon in den ersten Minuten. Aber schon hier ließ Brunmayr zwei Riesenchancen ungenützt. Erst ein kapitaler Abwehrfehler der umgekrempelten Admiraner ermöglichte dem sträflich vernachlässigten Ex-Torschützenkönig das 1:0. Die Hereingabe von Dmitrovic schloss er mit einem schönen scharfen Schuss unter die Latte ab (9.).

Bis auf die zehn Minuten nach Wiederbeginn beherrschte Sturm das Spiel bis zum Schluss. Chance auf Chance wurde gegen die aus arbeitsrechtlichen Gründen geschwächten Admiraner (Bjelica, Mohl und Brajkovic fehlten) heraus gespielt aber vorne ging - ohne Haas? - einfach nichts. Auch das hochverdiente 2:0 (66.) durch Dag wurde zu Recht wegen Abseits nicht anerkannt. Letztlich blieb es trotz dutzender Chancen und einem Cornerverhältnis von 16:6 beim mageren 1:0-Sieg.

SW Bregenz - GAK 1:3 (1:2)
Casino-Stadion, 3.800, Lehner.

Torfolge:
0:1 (16.) Skoro
1:1 (24.) Schepens
1:2 (35.) Kollmann
1:3 (84.) Sick (Kopf)

Bregenz: Tolja - Krautberger (56. Ikanovic), Pircher, Grabic, Höller (67. Hauser) - Nzuzi, Verjans, Dickhaut, Schepens - Jansen (67. Pedersen), Jakomin

GAK: Schranz - Standfest, Ehmann, Tokic, Pogatetz - Plassnegger (68. Pirker), Muratovic, Sick (richtig), Amerhauser (82. Majstorovic) - Skoro (74. Bazina), Kollmann

Gelbe Karten: Höller bzw. Tokic, Pogatetz
Die Besten: Nzuzi, Schepens bzw. Amerhauser, Kollmann, Skoro, Sick


SV Mattersburg - FC Superfund Pasching 3:0 (1:0)
Pappel-Stadion, 10.600, Gangl.

Torfolge:
1:0 (44.) R. Wagner
2:0 (56.) Baur (Eigentor)
3:0 (70.) Fülöp

Mattersburg: Böcskör - Mravac, Mandreko, Patocka, Lang - Mörz (82. Koller), Kausich, Kühbauer, Pule (88. Th. Wagner) - R. Wagner (77. Fuchs), Fülöp

Pasching: Schicklgruber - Knabel, Baur, Kafkas, Wisio - Kirchler (58. Chaile), B. Kovacevic, Flögel, Jezek (69. Bule) - Glieder, Mayrleb (85. Sariyar)

Gelb-Rote Karte: Kafkas (55./wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karten: R. Wagner, Böcskör, Mandreko bzw. Mayrleb, Jezek, Sariyar, Knabel
Die Besten: Mandreko, Böcskör, Fülöp, Pule, Kühbauer bzw. Schicklgruber


SV Salzburg - FC Wacker Tirol 0:0
Wals-Siezenheim, 11.100, SR Sowa.

Salzburg: Arzberger - Winklhofer, Laessig, Ch. Jank, A. Ibertsberger - Villar, M. Suazo (63. Friedl), Richarlyson, Schoppitsch - Tomic (65. Öbster), Pfeifenberger (81. Krimbacher)

Tirol: Pavlovic - Zelic - Schroll, H. Eder - Mimm (80. Mühlbauer), Alfred Hörtnagl, Mader (74. Schreter), Brzeczek, Windisch - Mair (90. Aigner), Koejoe

Gelbe Karten: Winklhofer, Tomic bzw. Mader, Mimm, Brzeczek
Die besten Spieler: Laessig, M. Suazo, Schoppitsch bzw. Zelic, Schroll, Brzeczek


SK Sturm Graz - Admira 1:0 (1:0)
Schwarzenegger-Stadion, 5.634 Zuschauer, SR Brugger

Tor: 1:0 (9.) Brunmayr

Sturm: Radakovic - Krammer (76. Rabihou), Silvestre, Mörec, Dmitrovic - Dag, Neukirchner, Säumel, Rojas - Brunmayr (90. Rauter), Mujiri (82. Salmutter)

Admira: Szamotulski - Schöny (46. Oravec), M. Kovacevic, Matyus (74. Dorner), Osoinik - Thonhofer (74. Suchard), Ledwon, Zingler, Baldauf - Ortner, Peraica

Gelbe Karten: Silvestre, Dmitrovic bzw. Ledwon
Die Besten: Dmitrovic, Silvestre bzw. Szamotulski

(apa/red)

30.7.2004 14:45