Freitag, 30. Juli 2004

Rapid im Derby am Sonntag gegen zwei Gegner: Austria und die Statistik

  • Seit 12 Spielen und drei Jahren kein grün-weißer Erfolg
  • Hickersberger: Zahlen interessieren herzlich wenig'

Josef Hickersberger, Trainer des österreichischen Fußball-Rekordmeisters SK Rapid, ist bekanntlich kein Freund von Statistiken - was vor dem Auswärts-Derby gegen die Austria am Sonntag angesichts der jüngsten Bilanz gegen den violetten Erzrivalen freilich nicht verwunderlich ist. Seit zwölf Spielen und über drei Jahren warten die Hütteldorfer schon auf einen Sieg gegen die Favoritner, im Horr-Stadion gelang in 15 Partien überhaupt erst ein voller Erfolg, und der datiert vom 23. Mai 1986 (3:1).

Hickersberger zeigt sich von den Negativserien jedoch unbeeindruckt. "Wir spielen gegen Austria Magna und nicht gegen Austria Statistik", erklärte der frühere ÖFB-Teamchef. "Ich bin leider nicht beim Statistischen Zentralamt beschäftigt, daher interessieren mich die Zahlen herzlich wenig."

Ob das auch für seine Schützlinge zutrifft, wagte der 56-Jährige jedoch nicht zu behaupten. "Leider glaube ich, dass meine Spieler noch nicht so weit sind." Er werde aber alles unternehmen, um die tristen Bilanzen aus den Köpfen der Kicker zu bekommen. "Ich werde ihnen erzählen, dass Spiele aus dem letzten Jahrtausend nichts zählen, außer wir lassen uns davon beeinflussen. Das wird aber nicht der Fall sein, weil Einige reifer geworden sind."

Zumindest auf die Psyche der Veilchen wird die Statistik laut Hickersberger seine Wirkung nicht verfehlen. "Die Austria hat das Gefühl, dass sie im Horr-Stadion immer gegen uns gewinnen kann. Aber wenn sie das einmal nicht mehr hat, wird's gefährlich.

Diese Situation will "Hicke" mit einem Erfolg beim Vizemeister herausbeschwören. "Der Abstand zur Austria, was die Qualität des Kaders betrifft, ist kleiner geworden. Daher gilt mein früherer Vergleich vom violetten Rolls Royce und grünen Golf nicht mehr, wir fahren schon in der gleichen Liga. Es wird ein enges Spiel und wir können gewinnen", prophezeite der Rapid-Coach.

Als Favorit geht für "Hicke" aber die Austria ins Spiel. "Eine hervorragende Mannschaft, die über Routine und Klasse verfügt. Im Grunde spricht alles für die Austria. Die Statistik, das Horr-Stadion, ein ausverkauftest Haus und die Tatsache, dass Frank Stronach da ist. Da müssen die Spieler Gas geben", sagte der Betreuer, der mit "eher vorsichtigen" Veilchen und deren Neuzugang Antonsson von Beginn an rechnet.

Verletzungsbedingt verzichten muss Hickersberger auf die beiden Rechtsverteidiger Garics ("Für unser Naschen am Österreicher-Topf ein herber Verlust") und Markus Hiden, wodurch voraussichtlich Linksfuß Markus Katzer diese Position einnehmen dürfte. Die grün-weißen Hoffnungen ruhen neben dem tschechischen Sturm-Duo Kincl/Dosek wieder einmal auf dem Kreativ-Tandem Hofmann/Ivanschitz. "Sie zeigen im Training, dass sie in Form kommen", freute sich der Trainer, für den sich Beide auf einem Level von "80 bis 90 Prozent" im Vergleich zum vorigen Herbst befinden.
(apa)

30.7.2004 12:58