Teurer Spaß: Deutsche Bundesligisten kauften um 65,13 Mio. 121 neue Spieler ein
- Teuerster Einkauf durch Bayern: 12 Mio. für Lucio
- Stranzl und Wallner kosteten insgesamt 1,13 Mio. Euro
Vor der 42. deutschen Fußball-Saison haben die 18 Vereine bis Montag 65,13 Millionen Euro für 121 neue Spieler ausgegeben. Laut einer dpa-Erhebung hat der VfB Stuttgart für den Burgenländer Martin Stranzl an TSV 1860 München 700.000 Euro überwiesen und Rapid von Hannover 96 für den Steirer Roman Wallner 430.000 Euro erhalten haben. Wie dpa-Recherchen weiter ergaben, stehen allen Ausgaben diesmal Einnahmen von 40 Mio. Euro für 148 verkaufte Profis gegenüber.
Den bisher teuersten Einkauf auf dem heurigen Transfermarkt leistete sich Vizemeister FC Bayern, der der den brasilianischen Weltmeister Lucio für zwölf Mio. Euro von Bayer Leverkusen loseiste. Auch den zweitteuerste Deal tätigten die Münchner. Für Thorsten Frings erhielt Borussia Dortmund neun Millionen Euro. Hinter dem Rekordmeister machten dank finanzkräftiger Partner der Hamburger SV (insgesamt 10,5 Mio.) und VfL Wolfsburg (6) mobil.
Renner sind ablösefreie Spieler
Der seit drei Jahren zu beobachtende Trend, aufgeblähte und teure Kader zu verkleinern und Kosten zu reduzieren, scheint sich heuer fortzusetzen. Gefragt sind fast nur ablösefrei Spieler, billige Leihkräfte und "Schnäppchen" aus dem Ausland. Auch in den eigenen Nachwuchsreihen sehen sich Scouts und Trainer vermehrt um. So musste z.B. FC Schalke 04 für den brasilianischen Torschützenkönig Ailton keinen Cent an Double-Gewinner Werder Bremen zahlen.
"Existenzgefährdende Probleme" durch Verschuldung
Im Land des Vize-Weltmeisters, dessen Nationalteam am 18. August in Wien gegen Österreich antritt, ist längst auch nicht mehr alles Gold, was einst glänzte. Und die Tendenz ist alarmierend: Drei Viertel der Klubmanager sehen durch Verschuldung "existenzgefährdende Probleme" auf den deutschen Profi-Fußball zukommen. Zu wenig Eigenkapital und eine gesunkene Kreditwürdigkeit bei den Banken zwingen die 18 Vereine zur Einführung oder Fortsetzung von Sparprogrammen.
581,7 Millionen Euro für die Saison 2004/2005
Für die am 6. August beginnende Saison kalkulieren die Klubs mit insgesamt 581,7 Mio. Euro, vor einem Jahr waren es noch 596,2 Mio. gewesen. Krösus ist der FC Bayern mit 60 Mio. Euro wie im Vorjahr vor Hertha BSC (54,7) und Titelverteidiger Werder Bremen (45). Borussia Dortmund, der einzige Börsen notierte deutsche Verein, verordnete sich nach der Finanzkrise einen rigorosen Sparkurs und speckte allein für Personalkosten von 57 auf 40 Mio. ab.
Der vom Tiroler Kurt Jara betreute 1. FC Kaiserslautern hat ebenfalls nach einem bedrohlichen Finanzengpass nur noch 16,5 Mio. Euro (bisher 23) für Ausgaben im Lizenzspieler-Bereich zur Verfügung. Aufsteiger Arminia Bielefeld mit dem 30-jährigen österreichischen Stürmer Zeljko Radovic budgetiert mit 22 (elf), Stranzls VfB Stuttgart mit 32,5 (39) und Wallners 96er mit 32 Mio. Euro (25).
(apa)
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