Montag, 26. Juli 2004

Bitterer Nachgeschmack nach Tour-Sieg: Lance Armstrong droht Verfahren

  • Wegen Vorfall auf 18. Tour-Etappe gegen Simeoni
  • Champ zwang Italiener bei Ausreißversuch zur Aufgabe

Dem sechsfachen Tour-Sieger Lance Armstrong droht wegen der Vorfälle auf der 18. Etappe der Tour de France möglicherweise ein gerichtliches Nachspiel. Filippo Simeoni, "Intimfeind" des US-Amerikaners, wurde am Dienstag in Florenz von der italienischen Anti-Doping-Polizei zu den Ereignissen befragt.

Nach der dreistündigen Anhörung behielten sich die Exekutiv-Beamten das Recht vor, gegen den 32-Jährigen US-Amerikaner Anklage wegen sportlichen Betrugs, privater Gewalt und Einschüchterung von Zeugen zu erheben.

Simeoni zur Aufgabe gezwungen
Armstrong war Simeoni, der mit einer achtköpfigen Spitzengruppe ausgerissen war, auf diesem Tagesabschnitt persönlich nachgefahren und hatte den Italiener gezwungen, seinen Ausreißversuch zu stoppen. Der US Postal-Kapitän befahl Simeonis Fluchtgefährten, seinen Rivalen in das Hauptfeld zurückzuschicken. Andernfalls hätte Armstrongs Mannschaft Tempo gemacht und die gesamte Attacke verhindert.

Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion des US-Amerikaners war ein Rechtsstreit mit Simeoni, der in einem Doping-Prozess gegen den umstrittenen Mediziner und Armstrong-Berater Michele Ferrari aussagte und damit Armstrong indirekt der Einnahme unerlaubter Mittel beschuldigte.
(apa/red)

26.7.2004 13:57