Schlagen bald auch Damen in Kitz auf? Turnierdirektor sieht Chancen bei 50:50
- Zwei Voraussetzungen müssen gegeben sein: "Halbwegs gleichwertig" und zwei Top-Ten-Spielerinnen
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Noch ist offen, ob es 2005 parallel zum ATP-Tennisturnier in Kitzbühel auch ein Damenturnier geben wird. Hellmuth Dieter Küchenmeister, der langjährige Turnierdirektor der Generali Open, kann sich eine solche WTA-Veranstaltung in derselben Woche nur dann vorstellen, wenn sie "halbwegs gleichwertig" ist und zwei Top Ten-Spielerinnen dabei sind. Gleichzeitig würde das eine Reduktion des Herrenfeldes von derzeit 48 auf 32 bedeuten.
Das wäre ein Novum bei einem Gold Series-Turnier (ohne Freilos für die Gesetzten in der Startrunde), was der 68-jährige Tiroler allerdings "bedauern" würde.
Dass die diesjährige Besetzung des Turniers nicht so gut war wie in den Jahren zuvor, führt Küchenmeister "zu 80 Prozent" auf die Tatsache zurück, dass bei den Olympischen Spielen in Athen auf Hartplatz gespielt wird und deshalb etliche Spitzenspieler in dieser Woche nicht mehr auf Sand antreten wollten. Einige von ihnen spielen bereits in den USA, wo es noch dazu heuer erstmals für sieben Turniere vor den US Open einen zusätzlichen finanziellen Anreiz gibt.
Hoffen auf besseres Jahr 2005
2005 sollte das Feld in Kitzbühel aber wieder erheblich besser aussehen, weil in der Woche danach kein Großturnier angesetzt ist und somit die Topleute eine Verschnaufpause einlegen könnten. Trotz des verregneten Samstag fiel heuer die Zuschauerbilanz mit 72.444 Besuchern besser aus als im Vorjahr (70.211), weil der Schlusstag noch sehr gut besucht war. Die erstmals eingeführten "Night sessions" mit ermäßigten Abendkarten (pro Tag wurden ca. 100 verkauft) sind laut Küchenmeister "finanziell zu vergessen", für 2005 überlegt man für die Flutlichtpartien spätere Beginnzeiten (20:30/21:00Uhr).
Kein Hehl macht der Turnierdirektor daraus, dass Kitzbühel mit der ATP weiter "im Clinch" liegt. Laut seinen Angaben wird nach wie vor die vertragliche Vereinbarung, dass parallel zum Generali open nur ein Großturnier auf einem anderen Kontinent stattfinden dürfte, nicht eingehalten, denn auch 2005 wird gleichzeitig Umag im Turnierkalender aufscheinen. "Wir fordern von der ATP vehement die Einhaltung dieser für ein Turnier der Gold Series gültigen Zusage", betonte er und kritisierte gleichzeitig, dass sich die ATP heuer auch bei der Bestimmung der "designated players" für Kitzbühel nicht an die Bestimmungen gehalten habe.
Umbau auf Eis gelegt
Dass 2005 - wie im Vorjahr angekündigt - unmittelbar nach dem Generali Open mit dem Umbau des äußerst renovierungsbedürftigen Casino-Stadions begonnen und im nächsten Jahr in einer neuen multifunktionellen Arena gespielt wird, ist Schnee von gestern. "Wir haben ein Jahr verloren", sagt Küchenmeister. Die diesbezüglichen Pläne sind zwar nicht vom Tisch, doch bezüglich der Finanzierung hapert es, weil die Gemeinde derzeit andere Projekte (u.a. ein Kongresszentrum) forciert.
Bedauert wird diese Situation auch von KTC-Präsident Peter Scheiring. Unabhängig davon erhebt er mit dem Hinweis auf die massive TV-Werbung und den durch die Generali open im Raum Kitzbühel verzeichneten Umsatz von 30 Millionen Euro wieder einmal die Forderung, dass diese Werbeleistung von der Gemeinde abgegolten werden müsse. Bisher aber ohne den erhofften Erfolg. Scheiring: "Ich sehe mich seit drei Jahren als Rufer auf einer Bergspitze, doch mein Ruf kommt im Tal nicht an."
Generali weiterhin Hauptsponsor
Bis 2006 ist Generali fix Hauptsponsor des Kitzbüheler ATP-Turniers. Ob der Vertrag verlängert wird, wird sich wahrscheinlich spätestens Mitte des nächsten Jahres entscheiden. Hans Peer, der Vorstandsvorsitzende von Generali Österreich, erwartet noch heuer ein "fertiges Konzept", das dann die Basis für die diesbezügliche Entscheidung bildet. Peer: "Die Chancen stehen 50:50".
(apa/red)
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