Sonntag, 1. August 2004

Bergsteiger-Drama in Schweiz: Die vier Opfer stammen aus dem Bezirk Melk

  • Vier Alpinisten stürzten bei Bergtour rund 700 Meter ab
  • Leichen wurden mit Hubschrauber geborgen

Die vier niederösterreichischen Alpinisten, die am Sonntag auf dem Täschhorn tödlich verunglückt sind, befanden sich offenbar auf einer mehrtägigen Bergtour in den Westschweizer Alpen. Das sagte ein Sprecher der Kantonspolizei. Die Männer im Alter von 43 bis 51 Jahren stammten nach Angaben österreichischer Behörden aus dem Bezirk Melk.

Die Alpinisten wären am Freitag wahrscheinlich auf der Täschhütte eingetroffen, sagte der Polizeisprecher in Sitten. Die Nacht auf Sonntag verbrachten sie im Mischabelbiwak, ehe sie Sonntag Vormittag beim Abstieg vom 4.491 Meter hohen Täschhorn 700 Meter tief auf den Kinngletscher stürzten.

Das Unglück wurde zufällig vom Wirt der Kinnhütte beobachtet, der daraufhin Alarm schlug. Offenbar war einer der Bergsteiger ausgerutscht und hatten die drei anderen Mitglieder der Seilschaft mitgerissen. Die von einem Hubschrauber geborgenen Leichen befanden sich am Montag in Zermatt, wie der Polizeisprecher sagte. Für die schweizerischen Behörden geht es nun darum, die Toten endgültig zu identifizieren.

Nur zwei der vier Bergsteiger hätten Reisepässe bei sich gehabt. Informationen zur Identität der beiden anderen Verunglückten seien von deren Angehörigen gekommen. Laut Polizei wird die Identifizierung der Opfer über DNA-Analysen erfolgen. Diese Untersuchungen werden in Bern durchgeführt. So lange die Identität der Toten nicht zweifelsfrei geklärt sei, gebe man die Namen der Verunglückten nicht bekannt, sagte der Polizeisprecher, da es sich für die Behörden bis dahin um Vermutungen handle.

(apa/red)

1.8.2004 16:42