Samstag, 31. Juli 2004

Nächstes Geiseldrama bahnt sich an: Zwei türkische Lkw-Fahrer im Irak gekidnappt!

  • Ultimatum: Entführer drohen erneut mit Enthauptungen
  • Explosionen in Bagdad und Mosul: Mindestens 6 Tote!

Eine militante Gruppe hat im Irak zwei Lastwagenfahrer entführt. Das berichtete der arabische Fernsehsender Al Jazeera. Die Entführer drohen "islamisches Gesetz anzuwenden", und die beiden Geiseln binnen 48 Stunden zu enthaupten, sollte sich deren Arbeitgeber - einer türkische Firma - ihre Tätigkeit im Irak nicht einstellen. Wie die libanesische Botschaft bekannt gab, wurden auch zwei libanesische Geschäftsleute am Samstag im Irak entfürht. Unterdessen sind bei Bombenexplosionen in der irakischen Hauptstadt Bagdad und in Mosul (Mossul) im Norden des Landes am Sonntag mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen.

Die Gruppe, die sich für das Kidnapping der beiden türkischen Kraftfahrer verantwortlich zeichnet, steht offenbar mit dem jordanischen Extremisten Abu Musab al Zarqawi in Verbindung. Al Jazeera zeigte ein Video, in dem zwei Männer zu sehen sind, die vor einer Gruppe bewaffneter Maskierter hocken. Im Bild-Hintergrund befand sich eine Fahne mit dem Namen der von Zarqawi geführten "Jama'at Tawhid wa al Jihad" (Gruppe für Ein-Gott-Glauben und Heiligen Krieg).

Der Sender gab die Namen der beiden Geiseln mit Abdulrahman Damir and Saeed Anwar an. Woher sie stammen, wurde nicht gesagt. Die Firma, für die sie arbeiten soll, Kahramanli heißen.

Bei erneuten Kämpfen in der irakischen Aufständischen-Hochburg Falluja sind drei Iraker getötet worden. Elf Menschen wurden verletzt, teilten Ärzte im Krankenhaus der westirakischen Stadt mit. Aufständische hatten sich Gefechte mit US-Truppen geliefert. Laut Augenzeugen setzten die Amerikaner auch Artillerie und Flugzeuge ein. Erst kurz zuvor waren 13 Iraker bei Kämpfen zwischen Aufständischen und US-Truppen ums Leben gekommen. (apa/red)

31.7.2004 21:13