Samstag, 31. Juli 2004

Flüchtlingsstrom nach Lampedusa: 240 illegale Einwanderer auf Insel eingetroffen

  • Aufnahmelager am Ende seiner Kapazität angelangt
  • Behörden: 66 Flüchtlinge wurden aus Seenot gerettet

Auf der süditalienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sind mehr als 240 weitere Flüchtlinge angekommen. Insgesamt trafen die Passagiere von drei Booten auf der Insel ein und wurden in ein Aufnahmelager gebracht. 66 der Flüchtlinge waren zuvor laut Behördenangaben aus Seenot gerettet worden. Das 190 Menschen fassende Aufnahmelager auf Lampedusa war damit in seiner Kapazität zunächst erschöpft.

Am frühen Morgen kam ein Holzboot mit 177 Flüchtlingen an Bord im Hafen von Lampedusa an. Einer der illegalen Einwanderer wurde umgehend notärztlich behandelt. Beamte der italienischen Küstenwache sagten, das Boot habe bei seinem Weg über das Meer von günstigem Wetter profitiert. Die Passagiere aller Altersstufen kamen nach eigenen Angaben aus dem Irak und den Palästinensergebieten. Italienische Behörden vermuteten gleichwohl eine mögliche nordafrikanische Herkunft. Merkmale an dem Boot wiesen daraufhin, dass es aus Tunesien gekommen sei. Beamte durchsuchten das Boot nach stichhaltigen Hinweisen auf den Ursprungsort.

Die italienischen Behörden haben damit seit dem vergangenen Wochenende bereits rund tausend afrikanische Flüchtlinge vor Lampedusa aufgegriffen. Die Insel ist das erste italienische und damit EU-Territorium auf dem Seeweg von Libyen über das Mittelmeer nach Italien. (apa/red)

31.7.2004 10:14