Freitag, 30. Juli 2004

Verheerende Gasexplosion in Belgien: 15 Feuerwehrleute tot, rund 110 Verletzte

  • Gasleitung in Industriegebiet flog in die Luft
  • Behörden riefen Katastrophenalarm aus

Eine verheerende Gasexplosion hat in Belgien 15 Feuerwehrleute in den Tod gerissen. Etwa 110 Menschen wurden nach Behördenangaben vom Mittag verletzt, als eine Erdgas-Fernleitung am Freitag in einem Industriegebiet bei Ath im Hennegau rund 40 Kilometer südwestlich von Brüssel nach Bauarbeiten in die Luft flog.

Rund 40 Opfer erlitten schwere Verbrennungen, 24 befanden sich nach Angaben des belgischen Gesundheitsministeriums auch Stunden nach dem Unglück in Lebensgefahr. Die Behörden riefen Katastrophenalarm aus.

Zum Zeitpunkt der kilometerweit hörbaren Explosion waren mindestens 200 Menschen am Unglücksort, sagte der Direktor des betroffenen Industriegebiets. Die Wucht der Explosion riss einen tiefen Krater in den Boden und schleuderte manche Opfer mehrere hundert Meter weit durch die Luft. Für viele kam jede Hilfe zu spät. Zu den Verletzten gehörten Arbeiter, Feuerwehrleute, Polizisten und Beschäftigte des Energieversorgers Electrabel, dessen nahe gelegenes Gebäude völlig zerstört wurde.

Nach Angaben des Gasnetzbetreibers Fluxys in Antwerpen war am Morgen ein Leck an der Erdgasleitung von Seebrügge zur französischen Grenze entstanden. Eine halbe Stunde später habe sich das Gas auf einem Firmengelände in Ghislenghien entzündet und sei explodiert. Der Grund dafür waren anderen Angaben zufolge Bauarbeiten. "Die Ursache ist ein Leck in einer Gasleitung", sagte der wallonische Umweltminister Benoit Lutgen, "aber was genau die Explosion ausgelöst hat, muss noch näher untersucht werden".

Beschäftigte eines Betriebs für Industriediamanten hätten als erste Gas gerochen, sagte Industriepark-Direktor Guy Demeulemeester. Die Feuerwehr habe die Stelle des Lecks daraufhin abgesperrt. Kurz danach sei die Leitung explodiert. Quer durch das Industriegebiet verliefen zwei Fernleitungen, durch die das Erdgas mit einem Druck von 100 bar in Richtung Frankreich transportiert werde. Bauten direkt über diesen Gasrohren seien verboten, sagte Demeulemeester. (apa)

30.7.2004 11:03