Wie krank ist Saddam wirklich? Anwalt:
"Ex-Diktator erlitt leichten Hirnschlag"
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Saddam Hussein soll einen Hirnschlag erlitten haben. Nach Angaben italienischer Medien, die Saddams jordanischen Rechtsanwalt Mohammed al Rashdan zitierten, hat sich die Gesundheit des irakischen Ex-Präsidenten wesentlich verschlechtert. Es bestehe das Risiko, dass Saddam den Prozessbeginn nicht erleben werde, hieß es. Laut dem irakischen Menschenrechtsminister, Bakthiar Amin, verweigert sich Hussein zudem einer Prostata-Untersuchung.
Erst Anfang dieser Woche hatte es in der britischen Zeitung "The Guardian" noch geheißen, der gestürzte irakische Präsident erfreue sich bester Gesundheit.
In einem Brief an Salem Chalebi, den Richter, der den Prozess gegen Saddam vorbereitet, schrieb der Rechtsanwalt: "Laut unseren Informationen ist Saddam Husseins Zustand Besorgnis erregend. Vom internationalen Roten Kreuz haben wir erfahren, dass unser Mandant ärztlichen Kontrollen unterzogen wurde, um die Schäden eines Hirnschlags zu überprüfen. Wir befürchten, dass er seinen Gesundheitsproblemen erliegen könnte", so Chalebi.
Der Rechtsanwalt schloss im Brief nicht aus, dass Saddam auch einem Attentat zum Opfer fallen könnte. Er betonte, dass laut der Genfer Konvention die Verteidiger das Recht hätten, ihre Mandanten zu treffen. "Unsere Forderungen wurden jedoch stets ignoriert", meinte er. "Es wird Monate, vermutlich Jahre dauern, bis der Prozess stattfinden wird. Ich denke, dass (US-Präsident George W.) Bush und (der britische Premierminister Tony) Blair glücklicher wären, wenn Saddam an einer Krankheit sterben würde", meinte der Rechtsanwalt.
Hat Saddam Prostata-Krebs?
Wie der irakische Menschrechtsminister, Bakthiar Amin, in einem "Al Jazeera"-Interview sagte, leide Saddam Hussein an einer chronischen Prostata-Entzündung. Er verweigere sich aber einer Biopsie um festzustellen, ob er an Krebs leide.
Seit Dezember 2003 in Haft
Saddam Hussein war im Dezember 2003 gefasst und Ende Juni von den USA an die irakischen Justizbehörden überstellt worden. Er befindet sich aber weiter in "physischem" Gewahrsam der USA.
Vor einem neu gebildeten Sondertribunal muss sich Saddam voraussichtlich wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Am 1. Juli war er erstmals vor dem Tribunal erschienen. Die Anhörung wurde teilweise vom Fernsehen übertragen. Saddam droht im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe.
Berlusconis Rechtsanwalt will Saddam Hussein verteidigen
Der italienische Rechtsanwalt Carlo Taormina, Vertrauensmann von Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Senator der Partei Forza Italia, will den ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein vor Gericht verteidigen. "Ich bin der Ansicht, dass auch der schlimmste Angeklagte das Recht hat, mit Würde behandelt zu werden und ich will diese Herausforderung annehmen", sagte Taormina nach Angaben des Mailänder Wochenmagazins "Panorama" (Freitag-Ausgabe).
Der 64-jährige Verteidiger, ehemaliger Staatssekretär im Innenministerium, berichtete, dass Saddams Schwester ihn aus Jordanien angerufen und ihn gebeten habe, die Verteidigung des ehemaligen Machthabers zu übernehmen. Die Tatsache, dass die Regierung Berlusconi zu den treuesten Verbündeten der USA zähle, störe ihn nicht, sagte der Verteidiger.
Taormina zählt zu den prominentesten Rechtsanwälten in Italien. Er hatte unter anderem den wegen Korruption angeklagten Sozialistenchef Bettino Craxi vor Gericht vertreten, der in den Neunziger Jahren in den Sog eines ausgedehnten Korruptionsskandals geraten war. (apa/red)
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