Dienstag, 27. Juli 2004

Fidel Castro richtet große Worte an Bush: "Wir Kubaner sind bereit zu sterben"

  • Bei der Rede zum Revolutionsjahrestag zeigt sich Kubas Chef erzürnt über Bushs "Sex-Tourismus"-Sager

Von allen Seiten hagelt es Kritik für US-Präsident George W. Bush. Sparten seine demokratischen Gegner auf ihrem Parteitag nicht mit harschen Worten, kommt nun auch heftige Kritik vom kommunistischen Nachbar Kuba. Der kubanische Präsident Fidel Castro hat Bushs Vorwürfe, seine Regierung fördere den Sextourismus auf der Karibikinsel, zurückgewiesen.

"Dies sind unbeschreibliche und grobe Verleumdungen", sagte Castro in einer Rede zum Revolutionsjahrestag am Montagabend in der kubanischen Stadt Santa Clara. Er warnte Bush zugleich vor einem Angriff auf Kuba. "Wir Kubaner sind bereit zu sterben, wir fürchten deine enorme Macht nicht", betonte Castro.

Bush hatte bei einer Pressekonferenz am 16. Juli gesagt, dass Kuba eines der Hauptziele des Sextourismus sei und dass dieser von der kommunistischen Regierung sogar gefördert werde. Nach kubanischer Ansicht hatte Bush dabei frühere Aussagen Castros aus dem Zusammenhang gerissen. So hatte der Staats- und Parteichef vor rund zehn Jahren einmal versichert, dass im sozialistischen Kuba alle Prostituierten einen Hochschulabschluss hätten.

Kuba feiert jedes Jahr am 26. Juli den Jahrestag des Überfalls auf die Moncada-Kaserne in der Stadt Santiago. Mit dieser Kommandoaktion hatte Castro im Jahr 1953 versucht, den Diktator Fulgencio Batista zu stürzen. Die Aktion schlug fehl und kostete mehrere Dutzend Teilnehmer das Leben, doch gilt sie in der offiziellen kubanischen Geschichtsschreibung als der Beginn der Revolution. Castro übernahm am 1. Jänner 1959 die Macht auf der Karibikinsel.
(apa/red)

27.7.2004 14:00