Donnerstag, 29. Juli 2004

FORMAT: In Krenns Budget klafft ein erhebliches Loch - 2004 1,1 Mio. Minus!

  • St. Pöltener Sex-Affäre stürzt Diözese in weitere Finanznöte - Kirchen-Austritte wirken sich erst 2005 aus

Die Sex-Affäre rund ums St. Pöltener Priesterseminar geht auch nicht spurlos an den Finanzen der Diözese vorbei. Wie das "FORMAT" berichtet, klafft bereits heuer ein erhebliches Loch im Budget. Kirchenaustritte im Zuge der Affäre schlagen aber erst im Jahr 2005 zu Buche. Ob sich noch Bischof Krenn mit diesen Problemen auseinandersetzen muss ist noch nicht klar, denn Visitator Küng will jetzt hart durchgreifen.

Schon für 2004 rechnet Krenn laut Haushaltsplan mit einem Abgang von 1,1 Mio. Euro - aufgelöste Rücklagen in der Höhe von 5,3 Mio. Euro noch gar nicht mitgerechnet. Grund sind erhebliche Steigerungen bei den Ausgaben für Bauaufwand und Renovierungen sowie eine fällige Kredittilgung. Besonders dramatisch könnte angesichts der knappen Kassen das Jahr 2005 werden: Die durch den Skandal bedingten Kirchenaustritte werden freilich erst nächstes Jahr zu Buche schlagen - wer heuer austritt, muss nämlich zumindest bis zum Jahresende noch zahlen.

Visitator will hart durchgreifen
Visitator Küng will in der Kirchen-Sex-Affäre in St. Pölten jetzt hart durchgreifen. Dies sagte ein Teilnehmer am St. Pöltener "Konsistorium" am Donnerstagnachmittag. Eine offizielle Stellungnahme gab aber nur Klaus Küng selbst ab. Gerüchten zufolge will der Visitator nun auch Einsicht in die Polizeiakten zum Kinderporno-Fund im Priesterseminar nehmen. Ersten Informationen zufolge dürfte die Staatsanwaltschaft ihm den Zugang zu den Akten auch gestatten.

Krenn und Küng (sie kamen getrennt) begrüßten vor der Sitzung zwar die wartenden Journalisten, gaben aber keine Stellungnahme ab. Das Konsistorium besteht normalerweise aus Kurt Krenn sowie acht 'Kapitularen" und tagt wenn bspw. Pfarren neu besetzt werden. (apa/red)

29.7.2004 21:17